Tischa be’Aw
Tischa be' Aw beginnt mit dem Sonnenuntergang am Samstag, dem neunten August. Der Name des Festes ist "Der neunte Aw", welcher im jüdischen Kalender an die Zerstörung der Tempel erinnert. Tischa be' Aw ist kein Fest, das Gott festgelegt hat; es ist ein traditioneller Trauertag des jüdischen Volkes. Der neunte Aw hat alle anderen Fastentage im Judaismus und in der jüdischen Tradition überschattet und ist gleichbedeutend geworden mit Trauern und Tragödie. Der Tradition entsprechend wurde am neunten Aw das jüdische Volk im Jahr 1290 aus England ausgestoßen, und in 1492 aus Spanien. In der jüngeren Geschichte wurden Greueltaten der Nazis mit Absicht so geplant, dass sie am neunten Aw stattfanden. Vielleicht kam als Kontrapunkt zu der Dunkelheit dieses Tages die traditionelle Ansicht auf, dass der Messias am neunten Aw geboren werden würde (Deuteronomy Rabbah 13).
Dies kann eine gute Gelegenheit dazu sein, sich mit jüdischen Freunden und Bekannten in ihrer Traurigkeit zu identifizieren. In der Schrift steht: "Freut euch mit denen, die sich freuen, und weint mit denen, die weinen" (Der Brief an die Römer 12: 15). Nichtjüdische Menschen, oder solche, die nicht persönlich an den tragischen Ereignissen Anteil hatten, können sich trotzdem mit dem jüdischen Volk solidarisch erklären, das zu diesen besonderen Anlässen trauert. Es ist auch eine gute Gelegenheit dazu, mitzuteilen, dass Gott bereit dazu ist, uns in unserem Leid jederzeit zu begegnen – durch Jeschua. Das Böse ist verursacht durch unsere sündhafte Natur, von der wir die Erlösung brauchen, die Gott in Jeschua anbietet.
Dies kann auch eine Gelegenheit dazu sein, für diejenigen zu trauern und zu beten, die fern von Gott sind. Die Schriften des Neuen Testaments geben die Worte von Jesus und Paulus wieder, die trauern, weil viele ihres eigenen Volkes geistlich entfernt von Gott waren: "`Jeruschalajim! Jeruschalajim! Du tötest die Propheten! Du steinigst, die zu dir gesandt sind! Wie oft wollte ich deine Kinder sammeln, so wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel sammelt, aber du wolltest nicht!`"(Matitjahu 23: 37; auch Lukas 13: 34).
"Ich spreche die Wahrheit – als einer, der dem Messias angehört, ich lüge nicht; und auch mein Gewissen bezeugt, geleitet vom Ruach Ha Kodesch: Mein Kummer ist so groß, der Schmerz in meinem Herzen brennt so unaufhörlich, daß ich mir wirklich wünschen würde, selbst unter dem Fluch Gottes zu stehen und vom Messias getrennt zu sein, wenn das meinen Brüdern helfen würde, meinem eigenen Fleisch und Blut, dem Volk Jisrael! Sie wurden zu Gottes Kindern gemacht, die Schechinah war unter ihnen, mit ihnen wurde der Bund geschlossen, ihnen wurde die Torah gegeben, der Tempeldienst und die Verheißungen; sie haben die Erzväter; und aus ihnen ging, was seine leibliche Abstammung betrifft, der Messias hervor, der über allen ist. Lob sei Adonai für immer! Amen" (Der Brief an die Römer 9: 1 bis 5).
Durch Anteilnahme und Gebet können wir antworten, so wie sie es taten, als sie für die Nichtgläubigen beteten und deren Errettung erbaten.
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