Einleitung
Vielleicht sind Sie jemand, der Juden für Jesus in der Stadt Berlin oder in einer anderen Stadt hat stehen und Literatur verteilen sehen, vorbei an Hunderten von Menschen, welche sie erreichen möchten, und die um ihre Aufmerksamkeit wetteifern. Es könnte sein, dass Sie in der Hetze des städtischen Tages niemals Gelegenheit dazu gehabt haben, einige Fragen zu stellen.
Oder vielleicht haben Sie beim Mittagessen eine Diskussion mit einem Freund0 gehabt, der sagt, dass der Glaube an Jesus sich wirklich mit dem Jüdisch-Sein verträgt. Seit dieser Zeit sind vielleicht Fragen bei Ihnen entstanden, aber die Gelegenheit dazu, dass sie beantwortet werden, hat sich noch nicht ergeben.
Diese Broschüre ist für Sie - für Menschen, die von "Juden für Jesus" gehört haben, sie gesehen, sie getroffen und mit ihnen gesprochen haben und feststellen, dass sie ernsthaft nachdenklich geworden sind. Wenn Sie ein Mensch mit ernsthaften Fragen sind, möchten wir Ihnen einige Antworten anbieten.
Allerdings ein warnendes Wort voraus! Es gibt diese Fragen und es gibt jene Fragen. Einige Menschen fragen nur, um die Gelegenheit dazu zu benutzen, ihre Meinung zu sagen oder um ihre Feindseligkeit zu äußern. Was solche Menschen betrifft, beobachtet der rabbinische Gelehrte des 18. Jahrhunderts, Jacob Emden: "Ein einziger Narr kann Fragen stellen, die sogar tausend Weise nicht beantworten können." Andererseits: "Die Fragen eines Weisen ist schon die halbe Antwort."
Für diejenigen, die ernsthaft auf der Suche nach einer Antwort sind, können wir eine Antwort geben, die zufrieden stellen wird. Wir tun dies in dem Bewusstsein, dass der GOTT unserer Väter selbst das Fundament der Wahrheit ist, und es geschieht im Vertrauen auf Ihn, dass wir zusammen unsere Erforschung beginnen.
Was genau bedeutet "Juden für Jesus"?
Genau genommen sind Juden für Jesus eine Organisation von einigen hundert Arbeitern, die daran beteiligt sind, der jüdischen Bevölkerungsgruppe die Botschaft nahe zu bringen, dass Jesus - oder um Seinen hebräischen Namen zu gebrauchen - Y'shua - der Messias Israels ist.
Ursprünglich bezieht sich "Juden für Jesus" auf die wachsende Bewegung unter jüdischen Menschen, die zu eben diesem Glauben gefunden haben. Vorsichtige Schätzungen der Anzahl der an Y'shua gläubigen Juden in Amerika zählen von zwanzig- bis fünfzigtausend, doch jüdische Gläubige kann man auch in beträchtlicher Anzahl in anderen Ländern finden, wie in England, Frankreich und Israel.
Unsere Hintergründe spiegeln die vielfältige Natur jüdischer Erfahrung wider. Einige von uns waren Orthodoxe oder Konservative, andere waren Atheisten oder Marxisten. Einige waren entfremdet von ihrem jüdischen Erbe, während andere sehr darin verankert waren, als Juden zu leben. Es ist schwer, einen gemeinsamen intellektuellen, emotionalen, soziologischen oder kulturellen Faktor zu finden, der zu unseren Bekehrungen führte. Es gibt jedoch die gemeinsame geistliche Übereinstimmung, dass kein Leben wirklich erfüllt ist, in dem die Tatsache ignoriert wird, dass der Mensch sittlich schuldig und von einem heiligen GOTT entfremdet ist, und dass Y'shua GOTTES gütige Antwort ist, diese Entfremdung für uns alle aufzuheben.
Um die Wahrheit zu sagen, "Juden für Jesus" ist kein neues Phänomen. Wir sind fast 2000 Jahre alt! Der Grund dafür ist, dass alle ersten Nachfolger Jesu Juden waren. Durch die Jahrhunderte hindurch hat es immer wieder einige Juden gegeben, die an Jesus als den Messias von Israel gläubig geworden sind. Es ist in den letzten Jahren geschehen, dass die Anzahl von jüdischen Gläubigen dramatisch zugenommen hat, so dass heute die Anzahl von "Juden für Jesus" proportional höher ist als zu irgendeiner Zeit seit dem ersten Jahrhundert. Wir Juden, die wir an Jesus gläubig geworden sind, betrachten uns nicht als solche, die ihr jüdisches Erbe aufgegeben haben. Im Gegenteil: wir versuchen unseren Glauben aktiv zu erforschen und auszuleben als jüdische Nachfolger Jesu. Wir sehen uns selbst als Juden und einen Teil der jüdischen Gemeinde, aber wir sind zu Ausgestoßenen gemacht worden, da wir versucht haben, unseren jüdischen Brüdern von dem jüdischen Messias, Jesus, zu erzählen.
Wie könnt ihr an Jesus glauben und euch immer noch Juden nennen? Warum nennt ihr euch nicht einfach Christen für Jesus?
Tatsächlich nennen wir uns beides, Juden und Christen. Die Idee, dass diese Kategorien sich gegenseitig ausschließen, ist eine irrtümliche Annahme, die aus Intoleranz und Vorurteilen erwachsen ist. Die Definition, wer Jude ist, wird kontinuierlich in der jüdischen Gemeinde diskutiert. Es besteht keine Übereinstimmung in der Frage, ob Jüdisch-Sein aufgrund der Religion, der Kultur, der Herkunft, oder einfach nach der Mehrheitsentscheidung definiert werden sollte. Doch biblisch betrachtet ist ein Jude ein Mensch, der zu dem Volk gehört, das von Abraham, Isaak und Jakob abstammt - das Volk, mit dem GOTT Seine Abkommen schloss durch Abraham, Mose und David. Es ist GOTT selbst, der uns jüdisch machte; deshalb hängt es nicht von unseren speziellen Absichten oder Handlungen ab. Vielleicht erklärt dies, weshalb ein jüdisches Baby jüdisch ist, lange bevor er oder sie irgendeine Gelegenheit dazu gehabt hat, Ansichten über Religion oder Kultur zu äußern! Tatsächlich haben diejenigen von uns, die an Y'shua gläubig geworden sind, zusammen mit ihrem Glauben an GOTT eine vertiefte und erneuerte Verpflichtung gegenüber unserem Erbe, unserer Kultur, unserer Tradition und unserem Volk gefunden.
Was den Begriff "christlich" anbelangt, so stammt er von dem griechischen "christos" ab, was das hebräische "meshiach" übersetzt - unser deutsches "Messias" oder "Heiland". Ein Christ ist nicht jemand, der eine Kirche besucht oder Mitglied einer Konfessionsgemeinschaft ist. Vielmehr ist ein Christ jemand, der, jüdisch oder nicht-jüdisch, eine Entscheidung getroffen hat, Y'shua als dem Messias zu folgen. Mit anderen Worten: Ein Christ zu werden ist eine persönliche Entscheidung zwischen einem Individuum und GOTT; niemand kann "als Christ geboren" sein. Man muss eine zweite Geburt durchlaufen haben, oder "wiedergeboren"1 sein. Die ersten Christen waren Juden, "die daran gläubig wurden, dass Y'shua der Messias war. Keiner von ihnen verleugnete sein Jüdisch-Sein. Ihr Glaube basierte auf GOTTES jahrhundertealtem Versprechen in den Hebräischen Schriften. Ganz im Anfang wurde das Christentum nur als eine weitere Sekte innerhalb des jüdischen Glaubens betrachtet. Größtenteils war es erst ein paar Jahre später der Fall, dass nicht-jüdischen Menschen sogar die Möglichkeit angeboten wurde, an Y'shua gläubig zu werden, ohne vorher zum Judaismus übergetreten zu sein.
Es folgt hieraus, dass, wenn Y'shua der Messias ist, nichts jüdischer sein kann oder den GOTT Abrahams, Isaaks und Jakobs mehr ehren kann, als an Ihn zu glauben.
Glauben Christen nicht an drei Götter?
Nein! Es ist eine sehr häufig anzutreffende falsche Darstellung, dass, während Juden an einen Gott glauben, Christen an drei glauben. Tatsache ist, dass das Christentum genauso streng monotheistisch ist wie der Judaismus. Christen glauben, dass ein Gott existiert in einer Art, wie es der begrenzte Mensch nie ganz verstehen kann: in drei Personen oder Persönlichkeiten. Dieser Glaube basiert nicht auf philosophischen Argumenten, sondern auf den Schriften - auf beiden, dem Alten Testament und dem Neuen Testament.
Wir bestätigen, dass die Hebräische Bibel die Einheit GOTTES lehrt. Die Hauptbeteuerung des jüdischen Volkes ist immer das Sh'ma gewesen: "Höre Jisrael! Der Ewige ist unser Gott; der Ewige ist Einer." Aber zusammen mit der Betonung der Einheit Gottes gibt es eine Reihe von Hinweisen, dass er zur gleichen Zeit irgendwie mehr ist als Einer.
Einer der Hinweise ist in der Häufigkeit, mit der im Bezug auf GOTT Pluralformen von Namen und Wörtern gebraucht werden. Das geläufige hebräische Wort für GOTT, Elohim, steht selbst der Form nach im Plural. Die Einzahl von Elohim, nämlich Eloah, wird zehnmal weniger gebraucht als die Pluralform. Pluralformen von Verben werden manchmal mit dem Namen Elohim verwendet, wie im ersten Buch Mose 20, 132. Pronomen in der Pluralform werden zuzeiten auch von GOTT benutzt, wenn Er Sich auf Sich selbst bezieht, wie im ersten Buch Mose 1, 263. Andere Beschreibungen GOTTES können manchmal im Plural gefunden werden, was nicht immer in unseren deutschen Übersetzungen deutlich wird (z. B. im Prediger Salomo 12, 14 oder in Jesaja 54,55).
Noch verblüffender ist genau das Wort, das in dem Sh'ma gebraucht wird, um die Einheit GOTTES zu proklamieren: "echad". Dieses Wort berücksichtigt eine Pluralität oder Vielfalt innerhalb der Einheit. Dies kann an mehreren Textstellen besonders deutlich gemacht werden. Im ersten Buch Mose, 1, 5 und 1. Mose 2, 24, im Buch Esra 2, 64 und im Propheten Hesekiel 37, 176 ist die Einheit das Ergebnis des Zusammenschlusses von Abend und Morgen, Mann und Frau, der individuellen Glieder zu einer Gemeinschaft bzw. von zwei Stöcken. Es gibt jedoch ein anderes Wort im Hebräischen, um eine untrennbare Einheit zu beschreiben, nämlich "yachid". So kommt es, dass der Gelehrte Maimon7, als er seine berühmten dreizehn Glaubensartikel verfasste, "echad" durch "yachid" ersetzte, als er die Wesensart GOTTES beschrieb. Seitdem ist die Vorstellung von einer unteilbaren Einheit GOTTES im Judaismus gehegt worden; nichtsdestoweniger gibt die Bibel reichlich Beispiele, die zeigen, dass es eine Vielfalt innerhalb von GOTTES Einheit gibt.
Der Sohar, das Grundlagenbuch der jüdischen Mystik, erkannte an, dass die Idee von einer Vielfalt-in-der-Einheit dem jüdischen Denken nicht fremd ist. Während die Idee der mittelalterlichen Mystik sich von der christlichen Idee der Dreieinigkeit unterscheidet, behauptet sich die grundlegende Vorstellung von der Pluralität innerhalb des einen GOTTES nach wie vor. Die Textpassage aus dem Sohar, die sich auf das Sh'ma bezieht, lautet folgendermaßen:
"'Höre, Israel, JHWH Elohenu JHWH ist Einer'. Diese drei sind Einer. Wie können diese drei Namen Einer sein? Nur durch die Erkenntnis des Glaubens: Mit dem Sehvermögen des Heiligen Geistes, allein in dem Erblicken der versteckten Augen. Das Geheimnis der hörbaren Stimme ist diesem ähnlich, denn obgleich es eine ist, besteht sie dennoch aus drei Elementen: Feuer, Luft und Wasser, welche jedoch eins werden in dem Geheimnis der Stimme. Immerhin geschieht es durch das Geheimnis der dreifaltigen GÖTTLICHEN Manifestationen, die JHWH Elohenu JHWH bestimmte - drei Arten, die jedoch eine Einheit formen."8
Tatsächlich gibt es, außer GOTT selbst, zwei andere Persönlichkeiten in den Hebräischen Schriften, die dargestellt werden als anders, dennoch irgendwie gleich mit GOTT. Diese anderen beiden sind der Engel des HERRN und der Geist GOTTES oder der Heilige Geist. Der Engel des Herrn wird mehrmals erwähnt, aber wird er auch mit GOTT selbst gleichgesetzt; beispielsweise in 1. Mose 16, 7 und 16, 13 wird Er der Engel des HERRN bzw. dann der HERR genannt9. Ein anderes Beispiel findet sich in 1. Mose 22, 11-12. Dieses besondere Individuum ist beides, verschieden von und doch gleichgesetzt mit GOTT selbst10.
Dann ist da der Geist GOTTES. Von GOTTES Geist wird in den Schriften als von einer eigenen Persönlichkeit gesprochen, doch gleichgesetzt mit GOTT. Entsprechende Textstellen enthalten das erste Buch Mose, Kapitel 1, Vers 2, Psalm 51, 13, Jesaja 11, 211.
Weil Israel im Altertum von Anhängern der Vielgötterei umgeben war und dazu neigte, den Götzendienst dieser Nationen aufzunehmen, betonten die Hebräischen Schriften die Einheit GOTTES mehr als Seine "Drei-Einheit". Aber in den Tagen des Neuen Testaments, als Götzendienst nicht mehr länger ein Problem in Israel war, wurde die Vorstellung von GOTTES "Drei-Einheit" in den Schriften deutlicher dargelegt. Die drei erwähnten Persönlichkeiten werden im Neuen Testament dargestellt als GOTT der Vater, GOTT der Sohn (der Messias, Jesus) und GOTT der Geist - doch all dies, ohne die grundlegende Bedeutung des Sh'ma einzuschränken: "Höre, Jisrael! Der Ewige ist unser GOTT, der Ewige ist Einer", eine Beteuerung, die Jesus selbst als "das wichtigste Gebot12" bezeichnete.
Sie können Einspruch erheben: "Aber glauben Christen nicht, dass Jesus GOTTES Sohn ist? Aber wenn Jesus GOTT ist, wie kann Er der Sohn GOTTES sein? Seht ihr, ihr macht einen Menschen zu GOTT, und außerdem: GOTT hat keinen Sohn!"
Wieder nicht wahr! In 2. Mose 4, 22-23 wird Israel GOTTES "Sohn"13 genannt. Auf den König von Israel wird Bezug genommen als auf GOTTES "Sohn" in 1. Chronik 17, 1314. Dass der Messias auch GOTTES Sohn sein würde, wird auch im Talmud dargelegt:
"Die Rabbanan lehrten: Der Heilige, gepriesen sei er, wird zum Messias, dem Sohne Davids, der gar schnell, in unseren Tagen, erscheinen wird, sprechen: Verlange etwas von mir, und ich will es dir gewähren. Denn es heißt [Psalm 2, 7-8] ich will den Beschluss kundtun [dass der HERR zu mit gesagt hat: 'Du bist mein Sohn, ich habe dich heute gezeugt;] Verlange von mir, so will ich dir die Völker zum Erbe geben."15
Die Vorstellung in den Schriften ist nicht, dass ein Mensch GOTT wurde - GOTT bewahre -, sondern dass der Messias selbst GOTT sein würde, der als ein Mensch kommt. Jesaja 9, 6 beschreibt das Kommen des Messias mit den folgenden Worten: "Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ist auf seiner Schulter, und er heißt Wunderbar, Rat, Kraft, Held, Ewig-Vater, Friedefürst". Aber wenn GOTT tatsächlich eine "Drei-Einheit" ist, dann ist beides für den Messias möglich: GOTT genannt zu werden und auch in einer Beziehung zu existieren, die als "Sohn GOTTES" charakterisiert wird. Dies ist die Folgerung, zu der wir "Juden für Jesus", die wir an Jesus glauben, kommen, wenn wir die Schriften studieren. Gemeinsam mit unseren jüdischen Geschwistern beteuern wir, dass "der HERR unser GOTT, der HERR Einer ist" - eine Einheit, die von der "Drei-Einheit" gekennzeichnet ist.
Welchen Beweis habt ihr dafür, dass Jesus der Messias ist?
Es ist wichtig, mit der Aussage zu beginnen, dass für jemanden, der bereits seine Meinung gebildet hat und glaubt, dass Jesus nicht der Messias ist, keine Menge an Beweisen ausreichen wird, ihn oder sie zu überzeugen. Für diejenigen aber, die ehrlich fragen, sprechen die Beweise für sich selbst.
Wenn ernsthaft gefragt, ist dies eine gute Frage. Schließlich hat es falsche Messiase in der jüdischen Geschichte gegeben. Unter den herausragendsten waren Bar Kochba und Sabbataj Zewi. Bar Kochba führte in den Jahren 132-135 christlicher Zeitrechnung eine Revolte gegen Rom. Während dieser Revolte rief eine der berühmtesten Persönlichkeiten in der jüdischen Geschichte, Rabbi Akiba, ihn zum "König Messias" aus. Unglücklicherweise wurden Bar Kochba, Akiba und Tausende von Juden im Jahre 135 christlicher Zeitrechnung getötet, als die Römer die Festung in Betar erstürmten. Sabbataj Zewi auf der anderen Seite war ein selbsternannter Messias. In ihrer Blütezeit im Europa des 17. Jahrhunderts verbreitete sich die sabbatianische Bewegung unter den gewöhnlichen Leuten und Rabbinern. Als Sabbataj Zewi aber 1666 von dem türkischen Sultan verhaftet wurde, trat er lieber zum Islam über, als getötet zu werden. Wir haben uns schon in vergangenen Zeiten tragisch geirrt, und so ist es nicht überraschend, dass starke Beweise für den Glauben an Jesus gesucht werden sollten.
Die Vorstellung von dem Messias ist eine, die in der ganzen Hebräischen Bibel gefunden wird. Dort wird uns ein Identitäts-Code des Messias gegeben. Stellen Sie sich vor, Sie suchten einen Freund, indem Sie zunächst sein Land ausfindig machten. Das würde nicht genügend Informationen sein, also müssten Sie seine Stadt, Straße und spezielle Nummer in dieser Straße ausfindig machen. Es würde auch hilfreich sein, wenn Sie eine Telefonnummer hätten und wüssten, zu welcher Zeit er zu Hause wäre.
In ähnlicher Art erfahren wir in der Bibel die Identität des Messias. Sein ethnischer Hintergrund, der Ort Seiner Geburt, der Zeitrahmen Seiner Ankunft und andere kennzeichnende Merkmale werden gegeben. Diese Zeugnisse befähigen uns, den Messias zu identifizieren und Betrüger zu erkennen.
Natürlich könnte eingewendet werden, warum, falls die "Zeugnisse" so klar sind, die meisten jüdischen Menschen nicht an Jesus glaubten, und warum sie so auf falsche Messiasse wie Bar Kochba und Sabbataj Zewi hereinfielen.
Um dies zu verstehen, muss man sich im Klaren darüber sein, dass zur Zeit Jesu die messianische Hoffnung in den Gedanken des Volkes in hohem Maße politisiert worden war. Es suchte Befreiung von der Tyrannei Roms. Obwohl die Schriften von beidem, von dem Leiden und von dem Siegen des Messias sprachen, war der siegreiche Aspekt wegen der römischen Vorherrschaft in den Gedanken der einfachen Leute die vorrangige geworden. Die "schiefe" Sicht vom Messias ist bei dem jüdischen Volk geblieben, und die Politisierung der messianischen Hoffnung hat angedauert. Auf diese Weise trägt die Hoffnung auf einen politischen eher als auf einen geistlichen Messias zu beidem bei: Die Anerkennung von Menschen wie Bar Kochba und der Ablehnung von Jesus in Seiner Rolle des Messias.
Das bedeutet nicht, dass alle jüdischen Menschen die Ansprüche Jesu ablehnten. Weit davon entfernt, dass dies der Fall sein könnte, waren alle ersten Nachfolger Jesu Juden. Tatsächlich waren den Rabbinern dieser Zeitperiode und danach die messianischen Prophezeiungen bewusst, von denen die Christen behaupteten, sie seien in Jesus erfüllt. Obwohl die Talmudischen Rabbiner darin übereinstimmten, dass Jesaja 53 eine Prophezeiung des Messias war, wurde z. B. in mittelalterlichen Zeiten der Druck von denjenigen, welche diese Prophezeiung auf Jesus bezogen, so groß, dass Raschi, der größte mittelalterliche Gelehrte, das Kapitel neu interpretierte und sagte, dass es sich auf die Nation Israel bezöge. Diese Interpretation wird heute von vielen jüdischen Gelehrten aufrechterhalten, obwohl sie nur bis ins Mittelalter zurückreicht.
Was sind dann einige von den Zeugnissen des Messias? Nur wenige können im Folgenden aufgelistet werden; es gibt viele andere. Alle diese Textabschnitte wurden von den frühen Rabbinern als auf den Messias bezugnehmend anerkannt:
- Der Messias musste in Bethlehem geboren werden: Micha 5, 1
- Der Messias würde vom Stamm Juda sein: 1. Mose 49, 10.
- Der Messias würde sich auf einem Esel reitend präsentieren: Sacharja 9, 9.
- Der Messias würde zu Tode gequält werden: Psalm 22.
- Der Messias würde erscheinen vor der Zerstörung des Zweiten Tempels: Daniel 9, 24-27.
- Das Leben des Messias würde zu einer bestimmten Beschreibung passen, einschließlich Seiner Leiden, Seiner Verhaftung und Seiner Verurteilung, Seines Todes und Seiner Beerdigung in dem Grab eines reichen Mannes und Seiner Auferstehung: Jesaja 52, 13 - Jesaja 53, 12.
Detailgetreu erfüllt Jesus die messianischen Erwartungen der Hebräischen Schriften, was Abstammung, Geburtsort, die Zeit und den Lebensstil anbelangt. Der Bericht dieser Erfüllung kann in den Seiten des Neuen Testamentes gefunden werden. Noch mehrere andere Faktoren wirken zusammen, um die Messiasschaft Jesu weiter zu untermauern.
Erstens behauptete ER, der Messias zu sein! Als eine Frau zu Ihm sagte, "Ich weiß, dass der Maschiach kommt" antwortete ER: "Ich, der ich zu dir spreche, bin ER."16 Natürlich, das beweist so oder so nichts. Wenn aber Jesus nie den Anspruch erhoben hätte, der Messias zu sein, warum würden wir uns dann bemühen zu beweisen, dass ER es war? Seine eigene Behauptung legt das Fundament für den Rest der Beweise.
Auch steht das Leben Jesu in scharfem Kontrast zu dem der falschen Messiasse, und es ist eine positive Darstellung von dem, was wir von einem Messias erwarten würden. So tat Jesus viele Wunderheilungen, indem ER Ganzheit in das Leben von Menschen brachte, Sünden vergab und Beziehungen wieder herstellte. Im Gegensatz zu Shabbatai Zewi zum Beispiel erfüllte Jesus das Gesetz Moses als frommer Jude. Und im Gegensatz zu Bar Kochba erstand Jesus auf, obwohl auch ER starb!
Die Auferstehung ist ein dritter zusätzlicher Beweis, und es ist vielleicht die überzeugendste Rechtfertigung von Jesu Ansprüchen. Es ist interessant, dass ein israelischer Gelehrter, Pinchas Lapide, ein Buch geschrieben hat, das großes Interesse in der jüdischen Bevölkerung auf sich gezogen hat. Der Grund dafür ist, dass Lapide gesagt hat, die Auferstehung Jesu liege ohne Weiteres im Bereich des Möglichen. Schließlich, so folgerte er, geben die Hebräischen Schriften eine Anzahl von Berichten von Menschen, die wieder zum Leben zurückkamen. Warum nicht auch Jesus? Bedauerlicherweise versäumt Lapide zu bemerken, dass die Auferstehung Jesu in Worten beschrieben wird, die weit über die Wiederbelebungen in den anderen Berichten hinausgehen; und er versäumt, mit der Tatsache klarzukommen, dass Jesus Seine eigene Auferstehung vorhersagte, was Seinen Anspruch auf die Messiasschaft rechtfertigte.
Eine Sammlung von Erklärungen ist im Laufe der Geschichte dafür angeboten worden, um die Auferstehung wegzuerklären als entweder nicht-historisch ("Es ist nie geschehen") oder als nicht-übernatürlich ("Hier ist die Erklärung dafür, wie es geschah"). Aber diese Erklärungen sind nicht erfolgreich gewesen. Gehen Sie die Möglichkeiten selber durch und sehen Sie, welche Ihnen am einleuchtendsten erscheint. Stahl die römische Obrigkeit den Körper Jesu aus dem Grab? Warum legten sie ihn dann nicht vor, als die Kunde sich auszubreiten begann, dass Jesus auferstanden war? Oder vielleicht haben die Jünger ihn gestohlen. Aber könnte solch eine Erfindung ihrerseits die Veränderung ihrer Einstellung erklären? Drei Tage vorher waren sie desillusionierte, besiegte Idealisten, die gehofft hatten, dass Jesus eine neue Weltordnung bringen würde. Könnte eine Lüge, von der sie gewusst hätten, dass sie eine Lüge war, nun der Grund sein für ihre Hoffnung, ihre Tapferkeit im Angesicht offizieller Verfolgung und die hohen ethischen Maßstäbe, die sie setzten?
Oder vielleicht ist Jesus niemals gestorben; er fiel nur in Ohnmacht am Kreuz und kam im Grab wieder zu sich. Diese Idee wurde durch das Buch Planziel Golgatha: Neue Erkenntnisse der Leben-Jesu-Forschung von Hugh J. Schonfield populär gemacht. Unglücklicherweise übersieht der Autor die Tatsache, dass die Römer Jesu Seite durchstachen, was Ihn höchstwahrscheinlich getötet hätte. Außerdem wurde das Grab durch eine Gruppe von Soldaten bewacht, und auch ein riesiger Stein blockierte den Eingang. Es gab dort keine Möglichkeit, dass ein wiederbelebter Jesus hätte entkommen und dann Hunderte von skeptischen Augenzeugen davon überzeugen können, dass ER den Tod für immer besiegt hätte! Oder war alles eine Massen-Halluzination? Es müsste eine gewaltige Halluzination gewesen sein, die von äußerst unterschiedlichen Arten von Menschen zu unterschiedlichen Tageszeiten an unterschiedlichen Orten hätte gesehen werden können. Es könnte gelingen, eine Person zu täuschen, aber kann man fünfhundert täuschen, die Ihn zur selben Zeit sahen? Und anders als es für Halluzinationen üblich ist, hörten die Erscheinungen des auferstandenen Jesus ebenso plötzlich auf, wie sie begonnen hatten, vierzig Tage, nachdem die Auferstehung stattgefunden hatte.
Die einzig befriedigende Erklärung ist, dass die Auferstehung tatsächlich stattfand, genau wie berichtet. Und wenn das der Fall ist, ist es ein guter Grund, die Messiasschaft Jesu anzuerkennen.
Schließlich verändert Jesus das Leben von Menschen. Weil ER für Sühne für Sünde und Versöhnung mit GOTT sorgt, bringt Jesus Frieden, Freude und Sinn in das Leben von Menschen. Außer dem Glauben an Ihn gibt es keine Basis echten Friedens oder echter Leitung, denn wie der Psalmist sagt: "In Sünde ward ich ja geboren / in Schuld empfing mich meine Mutter" [Psalm 51, 7]. Dass diese Entfremdung durch den versöhnenden Dienst Jesu geheilt wird, ist die gemeinsame Erfahrung derer, die an Ihn glauben.
So - zwischen dem objektiven Beweis der Hebräischen Bibel und dem Neuen Testament und der subjektiven Bestätigung in unserem eigenen Leben - denken wir, gibt es reichliche Beweise dafür, dass Jesus der war, der ER zu sein beanspruchte!
Wenn Jesus der Messias war, warum gibt es dann keinen Frieden in der Welt? Sieh dir all die Verfolgungen im Namen Jesu an!
Wenn jede Rakete in der Welt plötzlich abgerüstet, jedes Messer und Gewehr zerstört, worden wären, wenn jede Ladung Material für die chemische Kriegsführung neutralisiert worden wäre, würden die Menschen sich schnell neue Wege ausdenken, Böses zu verbreiten und sich gegenseitig Gewalt anzutun. Wahrer Friede muss mehr umfassen als nur die Einstellung des Krieges. Es ist nicht genug, nur Äußerlichkeiten zu verändern. Wahrer Friede muss von innen beginnen. Dies ist etwas, das nur durch Reue vor GOTT und Treue zu Jesus als dem Messias und Friedefürst kommen kann.
Die Tatsache, dass Menschen Juden unter dem Vorwand der Nachfolge Jesu verfolgt haben, zeigt nur, dass jene, die sagten sie wären Christen, nicht den Frieden GOTTES besaßen und dass sie nicht Nachfolger von Jesu Lehre waren. Tatsächlich warnte Jesus selbst davor, dass es da einigen geben würde, die ihn "HERR" nennen, aber genau entgegen dem Willen GOTTES handeln würden.
Glücklicherweise sind es diejenigen gewesen, die wirklich Jesu Lehren gefolgt sind, die jüdischen Menschen Hilfe und Unterstützung gewährten. Man könnte an einen Kreis holländischer Christen denken, die Juden während des Holocaust versteckten. Dennoch ist es verständlich, dass Juden damit fortfahren, Christen gegenüber misstrauisch zu sein, und dass manchmal die nobelsten Taten und christlichen Einstellungen den Verdacht erwecken, dass antisemitische Motive die Ursache dafür sind. Die Realität des Antisemitismus sollte nicht unberücksichtigt gelassen werden, aber die Realität echter christlicher Liebe sollte auch nicht abgeschrieben werden. Jene, die GOTTES Frieden in ihren Herzen tragen, werden dem Beispiel Jesu folgen und für jüdische und alle Menschen Liebe, nicht Hass zeigen.
Wie kannst du an GOTT, geschweige denn an Jesus glauben, nach den Greueln des Holocaust?
Tausende von Büchern und zehntausende von Artikeln sind geschrieben worden, um zu beschreiben und zu verstehen, was in Hitlers Hölle geschah. Dies ist ein äußerst bestürzender Aspekt des Lebens, mit dem alle Juden leben. Da ist die wiederkehrende panische Angst, dass dies wieder geschehen könnte. Da ist ein fortwährendes Fragen: "Wo war GOTT, als sechs Millionen starben? Was bedeutet das?" Irgendwie sind jedoch die besten Gründe, die von den weisesten Männern unserer Zeit vorgeschlagen werden, mitleiderregend unzulänglich. Sie verlassen den Hörer mit einer anderen Frage: "Wie kann Leben irgendeinen Sinn haben angesichts einer solchen Orgie von Qual und Tod?"
Vielleicht sind die Antworten auf die Fragen, die der Holocaust aufwirft, einfach zu furchterregend, als dass man ihnen gegenübertreten will, denn letztendlich ist es nicht nur die Frage einer Rasse, die sich gegen eine andere wendet, einer Religion, die versucht, eine konkurrierende auszulöschen, noch von politischer Berechnung. Vielmehr liegt die schreckliche Wahrheit in der Natur aller Menschen aller Zeiten.
Der Holocaust dient als ein Beispiel dafür, aber wir dürfen uns nicht so mit ihm befassen, als wäre er ein isolierter Fall, ohne Verbindung zu Krieg, Gier und Gottlosigkeit im Allgemeinen. Wir müssen die Tatsache sehen, dass es Holocausts vorher gegeben hat. Unter unserem eigenen Volk können wir uns an die Tage des Pharao und an Haman erinnern. In letzter Zeit hat der hässliche Drache Völkermord Millionen unschuldiger Menschen in Somalia, Uganda und Kambodscha verschlungen.
Vielleicht blickt niemand der Tatsache ins Auge, dass das Problem nicht eine Religion, ein politisches System oder eine Philosophie ist, die so verbogen und pervertiert ist, dass sie einen Holocaust hervorruft. Vielleicht dient die schreckliche Tatsache des Holocaust als ein weiterer Beweis dafür, dass die menschliche Natur verbogen und pervertiert ist, da sie in sich selbst den größten Fluch der Menschheit trägt.
Was die Qual des Holocaust für Juden verstärkt, ist die Tatsache, dass die rabbinische Theologie nicht erklären kann, wie ein gerechter, liebender, barmherziger GOTT, der Israel als Sein auserwähltes Volk bezeichnet, es zulassen konnte, dass so etwas geschieht. Die rabbinische Lehre vom Menschen, die besagt, dass wir mit einer guten und einer bösen Triebkraft geboren werden, unterscheidet sich vom biblischen Denken, das lehrt, dass der Mensch von Geburt an böse ist, und dass wir mit einer Natur geboren werden, die, um sich selbst zu erfüllen, unvermeidbar sündigen wird. Dies wird in Psalm 51, Vers 7 (Vers 5 in der englischen Übersetzung) gezeigt: "In Sünde ward ich ja geboren / in Schuld empfing mich meine Mutter."
Im Denken der Rabbiner gibt es die Annahme, dass der Mensch irgendwie diesen bösen Drang unterdrücken kann. Das Studium der Torah, die Beachtung der mitzvoth und das Praktizieren von Gebet werden als ausreichend vorgeschlagen, um die menschliche Anlage dafür zu stärken, den bösen Drang zu überwinden. Nichtsdestoweniger war dies nicht die Lehre der Propheten und des ursprünglichen Judaismus. Jeremia schrieb: "Verborgen mehr als alles ist das Herz / Unfassbar: Wer mag's erkennen?" [Jeremia 17, 9].
Was die ursprüngliche jüdische Religion lehrt, ist, dass Menschen in sich selbst hoffnungslos sündig sind, und sogar wenn er denkt, er tue etwas richtig, sein eigenes Herz ihn dazu verleiten kann, die schlimmsten Greuel zu begehen, wie den Holocaust. Eine der beunruhigendsten Tatsachen des Holocaust ist, dass viele Nazis es zutiefst ernst meinten! Aber die ehrliche Meinung eines Menschen, dass er das Richtige tue, ist einfach nicht genug, um Gerechtigkeit sicherzustellen, denn die größten Grausamkeiten sind immer im Namen der Wahrheit, Religion und des Nationalismus begangen worden.
Die ganze Bedeutung des Holocaust wird auf dieser Seite der Ewigkeit niemals verstanden werden, aber es liegen für jeden von uns einige Lehren darin.
Die menschliche Fähigkeit, Böses zu tun und Böses zu dulden, das anderen getan wird, übersteigt bei Weitem die Fähigkeit einer humanistischen Philosophie, dies zu erklären. Niemand hat irgendwelche Schwierigkeiten damit, Hitler und seine Nazi-Kohorten als vollkommen verdorben zu betrachten, aber wir müssen sehen, dass viele vollkommen ernsthaft bemüht waren, den Abscheu, den sie angesichts der Qual und des Ermordens einer ganzen Rasse gefühlt haben sollten, zu unterdrücken, wegen eines vermuteten größeren Guten. Deshalb müssen wir folgern, dass der Mensch am gefährlichsten ist, wenn er glaubt, dass er absolut im Recht ist. Aufrichtigkeit ist ein genauso treuer Diener des Bösen wie des Guten. Menschliche Gerechtigkeit und eine starke Überzeugung sind nicht genug. Wohlmeinende Menschen können dazu gebracht werden, Werke des Bösen zu schaffen oder zumindest das Böse zuzulassen, sogar in dem Ausmaß wie es dem des Holocaust, wenn sie an die oberste Autorität irgendeiner Person, Partei oder nicht-biblischer Philosophie glauben.
Wir brauchen einen Erlöser, der stärker ist als alle Nationen dieser Welt zusammengenommen. Im Angesicht Hitlers bewiesen wir uns als bemitleidenswürdig ohnmächtig. Die Alliierten gestanden Hilflosigkeit. Die religiösen Institutionen, die für GOTT hätten sprechen sollen, waren damit zufrieden, moralische Entrüstung auszudrücken und wenig mehr. Wenn wir mit unserer eigenen menschlichen Bereitwilligkeit, von den Attraktiven und Starken verführt zu werden, ganz egal, welche Banner sie tragen, konfrontiert werden, haben wir ein dringendes Bedürfnis nach etwas, das viel größer ist, als gute Absichten und innere Impulse. Wir brauchen das Eingreifen des Schöpfers selbst, damit ER uns alle von uns selbst erlöst. Das ist tatsächlich die Botschaft, welche die Schriften näher ausführen, und an der sie uns einladen, teilzuhaben.
Das jüdische Volk wird überleben, trotz Pharaonen, Hamans, Hitlers und aller dämonischen Kräfte dieser Welt. Es ist richtig, über die sechs Millionen Juden zu trauern, die vernichtet wurden, aber man muss sehen, dass, wenn die Kräfte des Bösen hätten siegen können, unser jüdisches Volk dreitausend Jahre vor dieser Zeit ausgelöscht worden wäre. Es ist wahr, dass der Holocaust stattfand, aber es ist auch wahr, dass GOTT das jüdische Volk bewahrt hat, und wir haben überlebt als Beweis dafür, dass die Bibel wahr ist, und dass GOTT tatsächlich Sein Wort hält.
Wie kannst du an das Neue Testament glauben? Steckt es nicht voller Antisemitismus und Lügen?
Das Neue Testament - das einfach "Neuer Bund" bedeutet - muss anerkannt werden als das, was es ist, als ein jüdisches Buch, beinahe ausschließlich von jüdischen Menschen geschrieben. Die meisten Begriffe im Neuen Testament können nicht unabhängig von ihrem Hintergrund in der Hebräischen Bibel verstanden werden. Vor ein paar Jahren war es modern zu behaupten, dass das Neue Testament einen großen Anteil an Ideen enthielte, die nicht jüdisch, sondern griechisch wären. Doch in letzter Zeit hat die Archäologie die jüdischen Ursprünge von praktisch allem im Neuen Testament bestätigt. Selbst ein Blick auf ein paar Verse aus dem Neuen Testament zeigt den jüdischen Hintergrund, der betroffen ist:
"Dies ist der Stammbaum Jeschuas des Messias, des Sohnes Davids, des Sohnes Avrahams:" [Matthäus 1, 1]
"Am achten Tag kamen sie, um die Berit Milah am Kind zu vollziehen." [Lukas 1, 59]
"Dann fand in Jeruschalajim das Chanukkahfest statt. Es war Winter, und Jeschua ging drinnen im Tempelbereich umher, in der Säulenhalle Schlomos." [Johannes 10, 22-23]
"Als sie ihn [Paulus] auf hebräisch sprechen hörten, wurden sie noch ruhiger; und so fuhr er fort: 'Ich bin Jude, geboren in Tarsus in Zilizien, aber in dieser Stadt großgeworden und zu Füßen von Gamli-el in jeder Einzelheit der Torah unserer Vorväter unterrichtet. Ich war ein Eiferer für Gott, wie ihr alle, die ihr heute hier seid." [Apostelgeschichte 22, 2-3]
"Von: Ja-akov, einem Sklaven Gottes und des Herrn, Jeschua des Messias / An: Die Zwölf Stämme in der Diaspora: / Schalom!" [Jakobus 1, 1]
Dass das Neue Testament ein jüdisches Buch ist, das neben den Hebräischen Schriften steht, wird zunehmend anerkannt, sogar in Israel. Der israelische Gelehrte Pinchas Lapide hat von einer Untersuchung von zehn Lehrbüchern berichtet, die an den Grund- und Mittelschulen in Israel eingesetzt wurden. Er berichtet:
"In sechs der Bücher werden insgesamt 18 Stellen des Neuen Testaments zitiert [...] Drei Bücher geben detaillierte Erklärungen über die historische, literarische und religiöse Bedeutung der vier Evangelien [...] In zwei Büchern werden Zitate aus dem Alten Testament neben Zitaten aus dem Neuen Testament gebracht, um auf Ähnlichkeiten und Affinitäten hinzuweisen."17
Was die Behauptungen des Antisemitismus anbelangt, erinnern Sie sich daran, dass es in den frühen Tagen des Christentums keine nicht-jüdischen Gläubigen gab. Die ganze Frage, ob Jesus der Messias war, war eine Familienangelegenheit, die in der jüdischen Familie geklärt werden musste. In diesem Kontext muss der Ton vieler Passagen gesehen werden, welche Kritik daran, oder an diesem Teil des jüdischen Volkes darstellen. Die "harten" Passagen in dem Neuen Testament ähneln viel mehr den moralischen Ermahnungen der Propheten, als der intoleranten Phrasendrescherei der mittelalterlichen Predigten. Nehmen Sie z. B. diese Passage:
"Weh, sündig Volk / Nation, mit Schuld beschwert / der Übeltäter Brut / Verderbersöhne! / Verlassen haben sie den Ewigen / den Heiligen Jisraels verworfen / sind rückwärts entwichen."
Haben Sie geglaubt, diese Passage stamme aus dem Neuen Testament? Vielleicht haben Sie sie nicht als ein Zitat aus dem alttestementlichen Propheten Jesaja erkannt18. Diese Art von Texten, die unser Volk von Sünde zurückrufen, sind immer ein Teil der prophetischen Tradition gewesen. Das Neue Testament setzt diese Tradition fort, neben der Tradition, die positive Seite von Israels Beziehung zu GOTT näher auszuführen.
Die wirkliche Frage, mit der sich befasst werden muss, ist nicht: "Ist das Neue Testament jüdisch?", sondern vielmehr: "Ist es wahr?" Wenn dieselben Untersuchungen der Geschichtlichkeit und Gültigkeit auf das Neue Testament angewendet werden wie auf die Hebräischen Schriften, werden beide als gleich jüdisch befunden werden.
Also, wenn du immer noch jüdisch bist, hältst du dann auch das Gesetz Moses?
Nun, einige von uns halten unterschiedliche Teile des Gesetzes mehr als es andere tun, weil einige von uns achtsamer sind als andere - genau wie es in der ganzen jüdischen Gemeinschaft ist.
Aber jene von uns, welche die Grundsätze der Torah beachten, tun das in der Erkenntnis, dass das Gesetz Moses nicht mehr als solches verbindlich ist für Israel. Der Prophet Jeremia sagte voraus, dass ein Tag kommen würde, an dem: "Siehe es kommt die Zeit, spricht der HERR, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Judas einen neuen Bund machen: nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern machte, da ich sie bei der Hand nahme, dass sich sie aus Ägyptenland führte, welchen Bund sie nicht gehalten haben, und ich sie zwingen musste, spricht der HERR,"19.
Doch was viele Menschen nicht erkennen, ist, dass sogar das Gesetz des Mose nicht ein unwandelbarer Monolith war. Einige der Vorschriften beispielsweise, die im dritten Buch Mose gegeben werden, welche das Umherziehen in der Wildnis betrafen, waren in dem fünften Buch Mose abgewandelt worden, so dass sie in dem sesshaften Leben in Kanaan angewandt werden konnten. Ein Beispiel hierfür ist in 3. Mose 17, 3-7, wo vorgeschrieben war, dass Tiere, die dafür getötet wurden, damit die Familie Fleisch essen konnte, erst zur Stiftshütte gebracht werden sollten, damit die Israeliten sie nicht dafür nützen konnten, heidnische Ziegen-Dämonen zu verehren. In 5. Mose 12, 15 und 21 wurde das Zugeständnis gemacht, dass diese Tiere zu Hause getötet werden konnten, weil die Entfernung zu der zentralen Stiftshütte oft zu weit war. Dies zeigt, wie GOTTES Ansprüche und Gebote sich verändert haben, abhängig davon, in welcher Lage sich Israel befand.
Heute ist die Situation wiederum anders als im alten Israel. Das jüdische Volk ist nicht mehr länger eine Theokratie, noch haben wir einen König; unser Tempel und unsere Priesterschaft sind fort. Aber anders als der Reform- oder Konservative Judaismus, die auch davon sprechen, die alten Gesetze für ein Leben heute abzuwandeln und anzupassen, müssen alle Änderungen der Abwandlungen von GOTT Selbst kommen, nicht durch die Entscheidungen von Rabbinern.
Solch eine Veränderung war tatsächlich in dem Abschnitt aus Jeremia, der oben zitiert wurde, von GOTT angedeutet worden. Der Inhalt des Neuen Bundes wird verdeutlicht in dem Buch des Neuen Bundes, bekannt als das Neue Testament. Dort, genau wie in den Prophezeiungen der Propheten, erfahren wir von GOTTES Vorkehrung für diesen Tag, und das Zeitalter, wenn der Tempel nicht mehr länger steht, die Priesterschaft fort ist und keine Vorkehrungen für Opfer und für Sünden da sind, nämlich: Der Messias Selbst ist für uns zum Opfer geworden. Mit Seinem Tod ist der neue Bund eingeführt worden.
Traditionellerweise hat der Judaismus immer darauf bestanden, dass die Torah niemals zu einem Ende kommen wird, trotz der Passage in Jeremia. In der Ecyclopaedia Judaica heißt es: "In der Bibel gibt es keinen Text, der übereinstimmend so verstanden wird, dass er ausdrücklich die Eweigkeit oder Unveränderlichkeit der Torah beteuert"20. Tatsächlich ist das ewige Leben der Torah oder der Mangel daran seit dem Mittelalter eine andauernde Diskussion in den jüdischen Kreisen gewesen. Wiederum in Maimons dreizehn Glaubensartikeln wird im neunten Artikel die ewige Unveränderlichkeit der Torah betont. Es ist Maimon, nicht die Bibel, der den Grund gelegt hat für die heutigen orthodoxen jüdischen Ansichten hier.
Ja, einige von uns können z. B. koscher leben. Aber was ist mit den anderen Teilen des Gesetzes? Gesetze, welche die Stiftshütte oder den Tempel betreffen, können nicht mehr länger beachtet werden; und wenige Menschen würden daran denken, jemanden zu steinigen, der es unterließe, den Sabbat zu halten. Aber die moralischen Gebote spiegeln GOTTES unwandelbaren Charakter wider und sind deshalb für immer verbindlich. Es geschieht besonders auf dem Gebiet dieser sittlichen Gebote, welche sich auf unsere inneren Einstellungen beziehen, dass wir einem Problem begegnen.
Hier ist das Problem: Es war niemals, und ist heute nicht möglich, das Gesetz vollkommen oder perfekt zu erfüllen. Das ist der Grund dafür, warum GOTT zunächst ein System von Opfern einführte, so dass wir Vergebung erhalten konnten, wenn wir den Rest des Gesetzes nicht erfüllten. Die Frage, die sich jeder Jude stellen muss, ist: "Scheitere ich daran, zu tun was GOTT verlangt?" Und wenn dies geschieht: "Was tue ich, um GOTTES Vergebung zu erlangen?" Unsere Antwort ist die Antwort der Schriften: Sie müssen auf Jesus als Ihre Sühne für Sünde vertrauen.
Juden sind nicht für Proselytenmacherei, warum also versuchst du, jeden zu deiner Art zu glauben zu bekehren?
Die oft geäußerte Aussage "Juden machen keine Proselyten" mag den heutigen Trend in der jüdischen Gesellschaft widerspiegeln, aber sie fasst kaum die jüdische Haltung der Vergangenheit zusammen. Die Ecyclopaedia Judaica erkärt:
"Es gibt reichlich Beweise für eine weitverbreitete Bekehrung zum Judaismus zur Zeit des Zweiten Tempels, besonders im letzten Abschnitt der Periode [...] Einzigartig, da der einzige Fall einer Zwangsbekehrung zum Judaismus, war die Massen-Bekehrung der Edomiter durch Hyrkan I. Außer diesen hervorstechenden Zahlen ist es jedoch offensichtlich, dass Proselytenmacherei weit verbreitet war unter dem gewöhnlichen Volk [...] Die Tatsache, dass die Rabbiner nahezu stolz darauf waren, dass einige ihrer größten Zahlen von Proselyten abstammten, weist hin auf eine freigiebige Politik hinsichtlich ihrer Aufnahme"21
Was normalerweise mit "Juden machen keine Proselyten" gemeint ist, ist, dass es keine Wahrheit gäbe, die als einzige für alle verbindlich sei, und dass den Menschen die Freiheit gegeben werden sollte, zu glauben, was sie wollen. Nun ist es wahr, dass Menschen die Freiheit besitzen sollten, zu wählen, was sie glauben wollen. Aber es ist kaum der Fall, dass keine absolute Wahrheit existiert! Diese Idee ist der jüdischen Denkweise vollkommen fremd; sie spiegelt den Trend der ganzen heidnischen Kultur wider, die in den letzten Jahren zu dieser Schlussfolgerung gekommen ist.
Wir glauben, dass es eine verbindliche Wahrheit gibt, und dass es unsere Pflicht ist, diese Wahrheit mit anderen zu teilen. Schließlich: Verlangte GOTT nicht vor Tausenden von Jahren von uns, Seine Wahrheit mit den fremden Nationen der Welt zu teilen? In einer bemerkenswerten Reihe von Passagen aus Jesaja spricht der Prophet von Israel als von Seinem "Knecht", dann fährt ER fort, dass Israel seine Mission nicht erfüllt hat. Der "Knecht" wird dann eingeschränkt auf ein spezielles Individuum innerhalb Israels. Die allererste diesser Passagen liest sich folgendermaßen:
"Siehe, das ist mein Knecht - ich erhalte ihn - und mein Auserwählter, an welchem meine Seele Wohlgefallen hat. Ich habe ihm meinen Geist gegeben; er wird das Recht unter die Heiden bringen [...] die Inseln werden auf sein Gesetz warten [...] Ich, der HERR, habe dich gerufen in Gerechtigkeit und habe dich bei deiner Hand gefasst und habe dich behütet und habe dich zum Bund unter das Volk gegeben, zum Licht der Heiden, [...]" [Aus Jesaja 42, 1-6]
Dies ist der Gedanke hinter dem Begriff "auserwähltes Volk": Auserwählt für eine Aufgabe und zu einem Zweck, um die Wege GOTTES unter den Nationen zu verkünden. Unglücklicherweise hat dieses Sendungsbewußtsein im Laufe der Jahre mehr und mehr abgenommen. Heute steht mehr oder weniger von vornherein fest, dass wir Juden eben keine Proselyten machen. Aber welche bessere Nachricht könnte es für jene von uns, die wir an Jesus glauben, zu verkündigen geben, als die Tatsache, dass der Messias gekommen ist und Sorge für Sühne und ein überfließendes Leben für Juden und nicht-jüdische Menschen gleichermaßen getragen hat? Es ist nicht unsere Sache, irgend jemanden zu bekehren; das ist GOTTES Sache. Wir können aber, und wir werden damit fortfahren, die Botschaft von dem Messias unserem Volk und jedem, der zuhören möchte, zu sagen.
Ich bin im Wesentlichen ein guter Mensch, und ich bin sehr glücklich mit meiner eigenen Religion, warum also sollte ich an Jesus glauben?
Um die Wahrheit zu sagen, wenn jeder aus GOTTES Sicht gut wäre, würde niemand Jesus brauchen und wir würden unsere Anstrengung nicht darauf verwenden, Broschüren wie diese zu schreiben.
Der Psalmist sagte vor langer Zeit: "da ist keiner der Gutes tue, auch nicht einer"22. Oh, tatsächlich, die meisten von uns sind keine Mörder oder Diebe oder ähnliches. Wir mögen es, uns selbst für anständig zu halten, mit keinem Bedürfnis für größere Veränderungen in unserem Leben. Das Bild, das die Schriften uns präsentieren, ist, dass sogar das Beste von uns verzweifelt sündig ist, tief entfremdet von GOTT, voneinander und sogar von uns selbst.
Das Problem der Menschheit, wie die Bibel es sagt, ist genau, dass wir "glücklich mit unserer eigenen Religion", "glücklich mit dem was wir glauben" sind. Normalerweise ist das, was wir glauben, nicht das, was die Schriften lehren.Wir sind glücklich damit zu glauben, dass wir gut sind, dass GOTT sicherlich unsere "kleinen" Fehler und Mängel übersehen wird, und dass ER unsere Sünden nicht wirklich ernst nimmt. Wir sind glücklicher damit, unseren eigenen Willen und unsere Wünsche ins Zentrum unseres privaten Universums zu stellen, als dass wir den Willen und die Wünsche unseres Schöpfers an die erste Stelle rücken.
Aber GOTT meint es ernst mit unseren Sünden. Als Juden neigen wir dazu zu denken, dass Sünde ausschließlich eine Frage der Ausführung einzelner Handlungen ist. Aber Sünde ist mehr als das. Die Schriften sagen uns, dass Sünde ein Zustand der menschlichen Existenz ist, der sich nicht auf eine bestimmte Handlung bezieht, sondern vielmehr auf eine durch Überheblichkeit und Rebellion geprägte Haltung. Die Besten aller Menschen, wie Abraham, Mose und König David, begingen Taten der Sünde. Der Prophet Jesaja sagte: "Wir gingen alle in die Irre wie Schafe, ein jeglicher sah auf seinen Weg;"23. Dieser gerechte Prophet gab zu verstehen, dass es nur menschlich für jeden ist, ihn selbst eingeschlossen, eher Selbstverwirklichung zu suchen als die Grundsätze GOTTES zu erfüllen. König David sagte, dass seine Sünde ein Zustand war von Geburt an24. Sünde ist überall verbreitet - darum wird der Versöhnungstag überall von jüdischen Menschen als der ernsteste aller Feiertage begangen. Und darum stellte GOTT die Möglichkeit zur Vergebung bereit: Im Alten Testament mit Tieropfern beginnend, und im Tod des Messias gipfelnd. Unsere Verantwortung liegt darin, im Glauben zu antworten und unser Vertrauen auf Jesus als unsere Sühne zu setzen. Wir müssen zu einer Sicht des Lebens zurückkehren, die um GOTTES Art, Dinge zu betrachten, kreist, viel mehr als um unsere eigenen Vorlieben.
Wir sind wirklich sündig in der Tiefe unseres Daseins; und alle Erziehung, Wohlstand und Technologie der Welt hat dies nicht verändert; sie haben uns nur dazu befähigt, unsere Rebellion in einer raffinierteren Art auszudrücken. Jesus kam wirklich in die Geschichte, start wirklich, erstand wirklich vom Tod. Alle Einwände der Welt und all das Nichtbeachten der Beweise wird diese Realität nicht verschwinden lassen. Vielleicht ist Ihre Einstellung dieselbe wie diejenige des Skeptikers, der sagte: "Ich werde nicht glauben - und bringe mich bitte nicht mit Tatsachen durcheinander!" Aber GOTT zieht uns wirklich dafür zur Verantwortung, der Wahrheit über uns selbst zu begegnen und Sein Angebot der Vergebung durch Jesus anzunehmen.
Mit einem Wort, Sie sollten an Jesus glauben, nicht weil es Sie glücklich macht, sondern weil es wahr ist.
Wenn Jesus der Messias war, wieso glauben die Rabbiner nicht an ihn?
Die Messiasschaft Jesu ist keine offene Frage in der jüdischen Gemeinde. Eine rabbinische Studie des Christentums ist auf die Annahme gegründet, dass Jesus nicht der Messias ist, und dass das Neue Testament nicht das inspirierte Wort GOTTES in dem Sinne der Torah ist. Mit solchen Annahmen kommen jüdische Studierende des Christentums immer zu derselben, von vornherein feststehenden Schlussfolgerung, nämlich dass Jesus nicht der Messias ist. Mit dem Gewicht der Verantwortung für die örtliche Gemeinde, die auf ihnen lastet, werden wenige Rabbiner über die Angelegenheit offen oder wohlwollend nachdenken.
Es gibt einen Grund für diesen Mangel an Offenheit. Einfach ausgedrückt, rabbinische Theologie ist anders als biblische Theologie. Rabbinischer Judaismus ist nicht der Glaube der Bibel. Dieses Auseinandergehen war bereits vor der Zeit Jesu unter den unterschiedlichen Gruppen geschehen, und tatsächlich gab es zur Zeit Y'shuas eine Anzahl von unterschiedlichen Sekten innerhalb des Judaismus, jede mit ihrer eigenen Reihe von Lehren und Überzeugungen. Mit der Zerstörung des Tempels im Jahre 70 christlicher Zeitrechnung und dem Verlust der Priesterschaft und der Möglichkeit des Opfers standen da nur wenige Hauptmöglichkeiten für die jüdische Gemeinde zur Verfügung. Eine davon war es, den Tod Y'shuas als Sühne anzunehmen. Die andere Hauptmöglichkeit war es, das jüdische Denken so zu rekonstruieren, dass die Gemeinde ohne einen Tempel existieren konnte, und dass Sünde ohne ein Opfer vergeben werden konnte.
Dies war die Wahl der Sekte der Pharisäer, deren Gedanke sich letzten Endes durchsetzte, um zu dem zu werden, was "die Hauptrichtung des Judaismus" oder gegenwärtiger rabbinischer Judaismus genannt worden ist. Statt der Schriften als dem wichtigsten Leitfaden zum Leben wurden die rabbinischen Diskussionen des Talmud und die verschiedenen Ableger der Tradition die Brennpunkte für die Planung des jüdischen Lebens und Denkens. Weil es keinen Platz für Jesus in diesen Traditionen gab, wurde es als Folge davon zu einem von vornherein feststehenden Ergebnis, dass ER nicht der Messias war.
Diese Position kristallisierte sich teilweise als Antwort auf die andauernde Wechselwirkung zwischen Juden und der institutionellen Kirche noch stärker heraus. Auf diese Weise wurde in mittelalterlichen Zeiten die rabbinische Haltung gegen die Ansprüche des Y'shua und die Lehre des Neuen Testaments gestärkt. Eine Anzahl von Beispielen kann dafür gegeben werden.
Nehmen Sie z. B. das rabbinische Verständnis von Jesaja 52, 13 bis Jesaja 53, 12. Nach dem Targum Jonathan, einer aramäischen Paraphrase der Schrift aus einer Zeit nahe an der Zeit Jesu, lautet die Wiedergabe des ersten Verses: "Siehe, Meinem Knecht, dem Messias, wird es gelingen". Das Verständnis der Passage war messianisch. Dennoch werden die meisten modernen Rabbiner die Passage auf die Nation Israel beziehen. Dies spiegelt die mittelalterliche Neu-Deutung der Passage durch den berühmten französischen Rabbiner Raschi wider. Solch eine Neu-Interpretation widerspricht den Ansprüchen der an Jesus Gläubigen, aber läuft auch dem früheren Verständnis der Passage zuwider.
In einem anderen Bereich, dem der Natur GOTTES, haben wir bereits gesehen, wie Maimon bei der Beschreibung GOTTES den Begriff "echad" durch den Begriff "yachid" ersetzte. Das bedeutet, dass Maimon ein Wort für untrennbare Einheit gebrauchte, eher als das Wort, das eine Verbindungs-Einheit nahelegt, welche tatsächlich im Sh'ma gebraucht wird. Der Reihe nach sind Maimons dreizehn Glaubensartikel die Vorarbeit gewesen für moderne Formulierungen rabbinischer Theologie.
Neben all diesem gibt es einen weiteren Faktor. Der Glaube an Jesus ist nicht nur einfach eine Angelegenheit intellektueller Überzeugung. Er ist verbunden mit der äußerst wichtigen Entscheidung zuzugeben, dass man sündig ist - nicht einfach bezüglich einzelner Taten, sondern von Natur aus - und umzukehren und in Jesus als Sühne für Sünde zu vertrauen. Dies ist ist für jeden ein schweres Eingeständnis, ob er Rabbi ist oder nicht, ob er Jude ist oder ein nicht-jüdischer Mensch. Wieviel schwerer ist es für jemanden in einer verantwortlichen Position in der jüdischen Gemeinde, einen solchen Schritt zu wagen.
Und doch ... es hat Rabbiner gegeben, die zum Glauben gekommen sind. Einer war Rabbi Iechiel Lichtenstein, Rabbiner im Bezirk Tapio Szele in Ungarn während des 19. Jahrhunderts. Dann gab es Rabbi Chil Slostowski, einen orthodoxen Rabbiner in Dobnow, Polen und später in Lodz. In der Neuen Welt könnte man Max Wertheimer nennen, einen Reform-Rabbiner, der an der Wende dieses Jahrhunderts in Dayton, Ohio diente. Offensichtlich waren sie bereit dazu, die Konsequenzen ihres Glaubens an Jesus zu tragen, weil sie von der Wahrheit überzeugt waren.
Sind Sie auch dazu bereit?
Schlußfolgerungen
Hier haben Sie sie also - einige unserer Antworten auf viele Fragen, die uns oft gestellt werden. Wir hoffen, unsere Antworten haben Sie dazu angeregt, ein wenig mehr darüber nachzudenken, wer Jesus ist und was GOTT möchte, das wir in Bezug auf Ihn tun sollen.
Manchmal kostet es Mühe, zu richtigen Folgerungen zu kommen. Wenn wir vor Jahren im alten Israel gelebt und eine Frge gehabt hätten, hätten wir zu Mose, zu einem Tempelpriester oder zu einem "Mann GOTTES" gehen können und er hätte eine Antwort von GOTT gehabt. Der Hohepriester könnte die geheimnisvollen "Urim und Thummim" gebraucht haben, um die Antwort zu ermitteln. Oder es hätte sein können, dass GOTT sogar direkt zu ihm gesprochen hätte.
Heute haben wir keine Tempelpriester, kein Urim und Thummim und keinen Mose mehr. Stattdessen hat GOTT uns SEINE geschriebene Mitteilung in Form der Bibel gegeben. Einer der besten Orte, um Antworten auf Ihre Fragen zu finden, ist die Bibel, wenn Sie darin lesen und während des Lesens GOTT bitten, Ihnen Seine Wahrheit zu zeigen.
Nun ist es möglich, dass Sie andere Fragen haben als diejenigen in diesem Artikel. Wir werden überglücklich sein zu versuchen, auch sie zu beantworten. Schreiben Sie einfach kurz an uns: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. .
In dem Buch Die Sprüche Salomons steht: "Es ist einem Mann eine Freude, wenn er richtig antwortet" [aus Sprüche 15, 23]. Es macht uns Freude, dazu in der Lage zu sein, Ihnen die Antworten zu sagen, die wir gefunden haben, als wir viele der Fragen durchdacht haben, die in dieser Broschüre dargestellt werden. Vor allem freut sich GOTT Selbst über diejenigen, die mit ernsten Fragen zu Ihm kommen, um Antworten zu suchen, die ER nur zu gerne bereit ist, zu geben. Wollen Sie Ihn nicht heute fragen?
Wenn Sie glauben möchten ...
- Erkennen Sie, dass GOTT besorgt ist um jeden Aspekt Ihres Lebens.
- Geben Sie zu, dass Sie GOTTES Liebe wegen Sünde nicht erfahren können.
- Vertrauen Sie in Gottes Maßnahme, Y'shua als Ihren Sündenträger und Erlöser vorzusehen.
- Empfangen Sie Vergebung der Sünden und eine persönliche Beziehung mit GOTT, indem Sie Y'shua darum bitten, in Ihrem Herzen zu regieren.
"Kann auch ein Weib ihres Kindleins vergessen, dass sie sich nicht erbarme über den Sohn ihres Leibes? Und ob sie desselben vergäße, so will ich doch dein nicht vergessen. Siehe, in die Hände habe ich dich gezeichnet; [...]" ["Jesaja 49, 15-16a]
"sondern eure Untugenden scheiden euch und euren Gott voneinander, und eure Sünden verbergen das Angesicht vor euch, dass ihr nicht gehört werdet." [Jesaja 59, 2]
"Aber er ist um unserer Missetat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt." [Jesaja 53, 5]
"Gott aber erweist seine Liebe zu uns dadurch, dass der Messias unseretwegen starb, als wir noch Sünder waren." [Römer 5, 8]
"dass du, wenn du öffentlich mit deinem Mund bekennst, dass Jeschua Herr ist, und in deinem Herzen darauf vertraust, dass Gott ihn von den Toten auferweckt hat, erlöst werden wirst. Denn mit dem Herzen vertraut man und gelangt so zur Gerechtigkeit, und mit dem Mund bekennt man öffentlich und gelangt so zur Erlösung." [Römer 10, 9-10]
Wenn Sie diese Verse glauben und Y'shua folgen wollen, finden Sie hier ein Gebet, dass Sie in das Königreich GOTTES bringen kann:
Beten Sie dies: GOTT Abrahams, ich weiß, dass ich gegen Dich gesündigt habe, und ich möchte von meinen Sünden umkehren. Ich glaube, dass Du Y'shua als eine ein für allemal gültige Sühne für mich gegeben hast. Mit diesem Gebet setze ich mein Vertrauen in Y'shua als meinen Erlöser und HERRN. Ich danke Dir dafür, dass Du mich von Sünde reinigst, was mich für das Leben würdig macht, das Du für mich durch den Messias bereithältst.
Amen.
0 Im Folgenden steht der Einfachheit halber immer die männliche Form ausdrücklich für beide Formen.
1 Siehe Johannes 3, aus den Versen 3-7 im Neuen Testament uns seinen Hintergrund in den Hebräischen Schriften in Hesekiel 36, Verse 25-27. Jesus sagte dem Rabbiner Nikodemus, dass "ein Mensch, wenn er nicht wiedergeboren ist von oben, das Reich Gottes nicht sehen kann [...] ein Mensch, wenn er nicht geboren ist aus Wasser und Geist, nicht in das Reich Gottes eingehen kann." Hesekiel beschreibt den Prozess der geistlichen Veränderung ähnlich: "Und ich [GOTT] sprenge über euch reines Wasser, dass ihr rein werdet von allen euren Unreinheiten, und von all euren Götzen will ich euch rein machen. Und ich gebe euch ein neues Herz und nuen Geist setze ich in euer Inneres [...] Und meinen Geist lege ich in euer Inneres und mache, dass ihr in meinen Satzungen wandelt und meine Rechtsvorschriften wahrt und sie übt [...]".
2 "Nun war es, als mich Gott aus meinem Vaterhaus in die Fremde irren ließ [...]". Das Verb "mich irren ließ" steht im Hebräischen in der Pluralform.
3 "Lasst uns Menschen (Adam) machen in unserem Bild [...]".
4 "Und denke an deinen Schöpfer in den Tagen deiner Jugend [...]". Im Hebräischen ist der "Schöpfer" eine Pluralform.
5 "Denn dein Gemahl ist dein Schöpfer, der HERR der Heerscharen heißt sein Name [...]" Wieder sind "Schöpfer" und "Gemahl" Pluralformen.
6 1. Mose 1, 5: "Und Gott nannte die Helle Tag, das Dunkel aber nannte er Nacht. Und es ward Abend und ward Morgen - ein Tag."
1. Mose 2, 24: "Darum wird der Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und sie werden zu einem Fleisch werden.
Esra 2, 64: "Die ganze Volksschar insgesamt: 244.366 [...]".
Hesekiel 37, 15-17: "[...] nimm dir ein Holz [...] und nimm noch ein Holz [...] und bringe sie heran, das eine an das andere, dir zu einem Holz, dass sie ein Einziges werden in deiner Hand."
7 Maimon ist einer der größten Gestalten der jüdischen Geschichte. 1135 in Spanien geboren, war er bekannt als ein rabbinischer Gelehrter, als ein Philosoph, und sogar als Arzt. Maimon ist unter rabbinischen Studenten als "Rambam" bekannt, was ein Initialwort für seinen hebräischen Namen "Rabbi Moses Ben Maimon" darstellt. Seine dreizehn Glaubensartikel werden heute von den orthodoxen Juden als eine bindende Aussage anerkannt. Maimon starb im Jahre 1204.
9 1. Mose 16, 7: "Aber der Engel des HERRN fand sie [Hagar] bei einem Wasserbrunnen in der Wüste, nämlich bei dem Brunnen am Wege nach Schur."
1. Mose 16, 13: "Da nannte sie den Namen des HERRN, der mit ihr redete: Du bist ein Gott der mich sieht. Denn sie sprach: Gewiss habe ich hier den gesehen, der mich hernach angesehen hat?"
10 1. Mose 22, 11-12: "Da rief ihm der Engel des HERRN vom Himmel und sprach: Abraham! Abraham! Er antwortete: Hier bin ich. Er sprach: Lege deine Hand nicht an den Knaben und tu ihm nichts, denn nun weiß ich, dass du Gott fürchtest und hast deinen einzigen Sohn nicht verschont um meinetwillen."
11 1. Mose 1, 2: "Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser."
Psalm 51, 13: "Verwirft mich nicht von deinem Angesicht und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir."
Jesaja 11, 2: "auf welchem wird ruhen der Geist des HERRN, der Geist der Wahrheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des HERRN."
12 Markus 12, 28-30: "Einer der Torahlehrer [...] fragte [...] ihn: 'Welche ist die wichtigste Mizvah?' Jeschua antwortete ihm: 'Die wichtigste ist 'Schema Jisrael, Adonai Elohehnu, Adonai echad (Höre o Jisreal, der HERR unser GOTT, der HERR ist einer), und du sollst Adonai, deinen GOTT, lieben mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele mit deinem ganzen Verstand und mit deiner ganzen Kraft.'" [Das jüdische Neue Testament. Eine Übersetzung des Neuen Testamentes von David H. Stern, Hänssler-Verlag, 1994] Jesus zitiert hier aus 5. Mose 6, 4-5.
13 2. Mose 4, 22-23: "Und du sollst zu ihm [dem Pharao] sagen: So sagt der HERR: Israel ist mein erstgeborener Sohn; und ich gebiete dir, dass du meinen Sohn ziehen läßt, dass er mir diene. Wirst du dich weigern, so werde ich deinen erstgeborenen Sohn töten."
14 1. Chronik 17, 13-14: "Ich will sein Vater sein, und er soll mein Sohn sein. Und ich will meine Barmherzigkeit nicht von ihm wenden, wie ich sie von dem gewandt habe, der vor dir war; sondern ich will ihn setzen in mein Haus und in mein Königreich ewiglich, dass sein Stuhl beständig sei ewiglich."
15 Sukka 52a, aus: Der Babylonische Talmud. 3. Bd. Neu übertragen durch Lazarus Goldschmidt. Berlin: Jüdischer Verlag, 1930, S. 399.
16 Aus Johannes 4, 25-26; hier zitiert nach: Das jüdische Neue Testament. Eine Übersetzung von David H. Stern.
17 Lapide, Pinchas: Ist das nicht Josephs Sohn? Jesus im heutigen Judentum. Stuttgart, Calwer Verlag 1976. S. 61
20Encyclopaedia Judaica Bd. 15, 1244
Ist Jeschua der Mess...




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