David Brickner
Wie viel kostet Pfingsten?

Pfingsten. Ist das eine Konfession? Eine übernatürliche Erfahrung? Ein Datum in einem liturgischen Kirchenkalender? Vielleicht ist es der Nachname eines beliebten Bibel-Gelehrten? Tatsächlich ist Pfingsten vor allem einer der wichtigsten, aber am geringsten gewürdigten jüdischen Festtage der Bibel. Und da es schon am 27. Mai gefeiert wird, halte ich es für unsere Leser hilfreich, sich mit diesem Fest des Herrn besser vertraut zu machen.
Die hebräische Bibel gibt uns drei Namen für diesen Feiertag; jeder ist bezeichnend, denn jeder erinnert uns an eine Wahrheit, von der Gott möchte, dass wir sie verstehen.
Letzte Vorbereitungen treffen
Ein kleiner Junge kam mit strahlenden Augen und aufgeregter Stimme auf mich zu und verkündete stolz: "Nächsten Monat habe ich Geburtstag. Ich werde fünf Jahre alt!" Ich musste lächeln, als er mir von seinem lang ersehnten Geburtstag berichtete. Er zählte die Tage bis dahin.
Dieses Gefühl einer begeisterten Erwartung empfinden viele Juden für den bevorstehenden Feiertag Schawuot. Er beginnt mit dem Sonnenuntergang Ende Mai oder Anfang Juni. "Schawuot" ist der hebräische Begriff für "Wochen".
DAS LICHTERFEST

Die Dezemberlandschaft wird von der Lichterkunst beherrscht. In Städten und Vororten, von Schaufenstern bis zu Stadtteilen voller Festschmuck kann man sich der Anziehungskraft und Schönheit des Lichtes auf wunderbare Art und Weise nicht entziehen. Es lädt alle zu festlicher Stimmung ein.
Warum finden wir diese Lichterfeste so anziehend? Wissenschaftler haben versucht dieses komplexe Phänomen des Lichtes mit der Sprache der Physik zu erklären, basierend auf der Quantentheorie, der Wellentheorie usw. Glücklicherweise müssen wir nicht alle die Eigenschaften des Lichtes verstehen, um den Gewinn seiner Schönheit zu empfangen. Genauso ist es mit Gott.
Gott und die Galgen
Der diesjährige Karfreitag ist ein Tag von zwei Galgen. Hier kommen auf ungewöhnliche Weise Karfreitag und Purim zusammen. Wir wissen: Der Karfreitag erinnert an die Kreuzigung unseres Messias Jesus. Purim erinnert an die Erlösung des jüdischen Volkes von Hamans Mordkomplott – davon lesen wir im Buch Ester. Selten fallen diese beiden Tage auf ein und dasselbe Datum; doch aufgrund der Unterschiede zwischen dem jüdischen (Mond-)Kalender und dem römischen oder christlichen (Sonnen-)Kalender stellt uns dieses Jahr vor eine seltsame und herausfordernde Kombination.
Beide historischen Ereignisse haben mit Gott und den Galgen zu tun. Ich wollte diese beiden Tage und Gottes Wirken in der Geschichte nach den Aufzeichnungen der Heiligen Schrift einmal vergleichen und unterscheiden.
- Beide Ereignisse trugen sich im Nahen Osten zu – eines in Persien, das andere in Israel.
- Beiden ging ein Triumphzug des „Helden“ durch die Straßen der Stadt voraus.
- Beide Galgen waren aus Holz. Wir wissen, dass Hamans Galgen ca. 25 m Hoch war. Wir wissen, dass die römischen Galgen oder Kreuze aus zwei Holzstücken bestanden; der obere Balken wog etwa 50 kg.
- Tod an einem persischen Galgen trat durch Genickbruch oder Erwürgung ein. An einem römischen Kreuz starb man an Erstickung oder an Blutverlust.
In diesen beiden historischen Ereignissen wurden die Galgen jeweils errichtet, um unschuldige Juden umzubringen. In der Geschichte von Purim schmiedete Haman ein Komplott gegen Mordechai, weil sein (Hamans) Stolz verletzt worden war. Die Evangelien berichten, dass sich gewisse jüdische Leiter gegen Jesus verschworen, weil er ihre Heuchelei aufgedeckt hatte.
- In beiden Fällen trachteten die Verschwörer danach, schwache Herrscher zur Mitarbeit in ihrem Mordplan zu bringen: der persische König Ahasveros und der römische Prokurator Pilatus.
- Die Hinrichtung Mordechais war Teil von Hamans Mordplan gegen das jüdische Volk. Die Hinrichtung Jesu war Teil vom Plan des Teufels, die Menschheit zu vernichten.
- Hamans Komplott wurde vereitelt, als er und seine Söhne anstelle von Mordechai am Galgen gehängt wurden.
- Der Plan des Teufels wurde vereitelt, als die geplante Hinrichtung vollzogen wurde und Jesus anstelle der Sünder am Kreuz hing.
- An Purim wirkte Gott hinter den Kulissen; nirgends im Buch Ester wird sein Name erwähnt.
- An Karfreitag war Gottes Wirken durch Zeichen und Wunder offensichtlich, sodass sogar ein römischer Hauptmann Jesus als den Sohn Gottes erkannte.
- An Purim wurde das jüdische Volk vor der Vernichtung bewahrt.
- Am Karfreitag brachte Gott der ganzen Welt Rettung – allen, die sie annehmen.
Zweifellos lassen sich noch weitere Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen Karfreitag und Purim finden. Beide Tage zeugen dafür, dass Gott durch die ganze Weltgeschichte hindurch derselbe bleibt. Er ändert sich nie. Ob sein Wirken nun offensichtlich oder unseren Augen verborgen ist: Wir können sicher sein, dass unser Gott ein rettender Gott ist. Er möchte alle retten, die ihn anrufen; und es bereitet ihm unaussprechliche Freude, Menschen auf unerwartete Weise zu retten.
Letztendlich möchte Gott immer den Plan des Bösen umwerfen und seine Gerechtigkeit auf der Erde aufrichten. Wie bitter die Bedrohung auch sein mag, wie hoch der Galgen auch aufragt, wie düster die Umstände oder wie dunkel die Stunde auch ist: Gottes Rettung wird immer gewinnen. Sein Plan wird niemals vereitelt, und sein Sieg ist immer sicher.
Menschen vertrauen vielleicht auf die Mächtigen, auf die Herrscher, auf die Reichen. Aber „der in den Himmeln sitzt, spottet ihrer.“ Er überlässt die Schwachen und Niedergetretenen nicht der Gnade herzloser Männer und Frauen. Er überlässt arme Seelen nicht seinem Widersacher.
Wir wollen uns die Lektionen der Geschichte zu Herzen nehmen und
„dem HERRN [dienen] mit Furcht, und [jauchzen] mit Zittern! … Glücklich alle, die sich bei ihm bergen“ (Psalm 2,11-12).
In der gesamten Geschichte lädt Gott uns ein, Vergleiche zu ziehen. Wir dürfen uns in Erinnerung rufen, wie er in der Vergangenheit gehandelt hat, damit wir für die Zukunft Glauben an und Vertrauen zu ihm haben. Vielleicht starren Sie gerade jetzt auf die düsteren Umstände in Ihrem Leben; vielleicht sind Sie entmutigt und fragen sich voll Zweifel, wie das alles ausgehen wird.
Wir durchleben Tage, die für die Welt generell ziemlich trübe aussehen – und ganz bestimmt für die Diener des Herrn im Besonderen. Vielleicht sind auch die politische und wirtschaftliche Unsicherheit dieser Tage eine Herausforderung für Sie. Dennoch können das Wirken Gottes in der Geschichte und sein vollendetes Werk in Jesus Christus ganz bestimmt in Ihrem Leben zusammenkommen, um Hoffnung und Rettung zu bringen. Wenn wir begreifen, wie beständig Gott die Fäden der Geschichte mit unserem eigenen Leben verwebt, um seine Ziele zu erreichen, können wir froh mit dem Apostel Paulus sprechen:
„Wir [wurden] übermäßig beschwert, über Vermögen, sodass wir sogar am Leben verzweifelten. Wir selbst aber hatten in uns selbst schon das Urteil des Todes erhalten, damit wir nicht auf uns selbst vertrauten, sondern auf Gott, der die Toten auferweckt. Und der hat uns aus so großer Todesgefahr errettet und wird uns erretten; auf ihn hoffen wir, dass er uns auch ferner erretten werde“ (2. Korinther 1,8-10).
Halleluja!
Eine Lektion aus Purim für die, die sich nicht an die Vergangenheit erinnern
Wir leben in einer Zeit, in der die Aufforderung zur Vernichtung des jüdischen Volkes nicht nur ein historischer Verweis auf Nazideutschland ist. Das Böse ist allgegenwärtig und hat wieder einmal sein häßliches Haupt in Gestalt des iranischen Präsidenten Achmadynedschad erhoben. Dieser unverblümte Führer hat die Vernichtung des jüdischen Volkes zu einem Gegenstand der politischen Willensbildung seiner mächtigen Nation gemacht.
Es gibt eine Warnung an Achmadynedschad und all diejenigen, die den Wunsch nach der Auslöschung der Juden hegen. wie schon George Santayana sagte: "Diejenigen, die sich nicht an die Vergangenheit erinnern, sind dazu verdammt, sie zu wiederholen." Gott wird nicht untätig herzumsitzen und zusehen, wie Israel zerstört wird.
Der Haß des Präsidenten Achmadynedschad gegen Israel ist eine ernste Angelegenheit. Die Presse berichtet über seine "Welt-ohne-Zionismus"-Konferenz in Teheran, in der Achmadynedschad dazu aufrief, Israel zu zerstören (bayad az safheh-ye ruzgar mahv shavad), wörtlich aus dem Persischen übersetzt "austilgen aus der Chronik der Zeit". Im Lichte von Achmadynedschads Streben nach Atomtechnologie ist diese Einstellung wahrhaft erschreckend.
Dies ist nicht das erste Mal, dass sein solcher Hass gegen das jüdische Volk in diesem Teil der Welt geäußert wurde. Tatsächlich überliefert das Buch Ester, wie ein persischer Politiker namens Haman seinem Wunsch nach der Vernichtung der Juden Ausdruck verlieh. "Da gibt es ein Volk, verstreut und abgesondert unter den Völkern in allen Provinzen deines Königreiches! Und ihre Gesetze sind von denen jedes anderen Volkes verschieden, und die Gesetze des Königs befolgen sie nicht; und es ist dem König nicht angemessen, sie gewähren zu lassen. Wenn es dem König gefällt, werde eine Anordnung geschrieben, daß man sie ausrotte." (Ester 3, 8-9a).
Was passierte mit Haman und seinem teuflischen Plan, die Juden "aus der Chronik der Zeit auszutilgen"? Die Antwort finden wir im Buch Ester, und in dem Purimfest. Dieser Feiertag feiert, wie Hamans Pläne scheiterten. Man muss nicht jüdisch sein, um Purim wertzuschätzen. Für jeden, der den Herrn liebt, zeigt dieser Feiertag, wie treu Er darin ist, Seine Verheißungen zu erfüllen. Ester ist das einzige Buch in der Bibel ohne spezifische Erwähnung des Namens Gottes, und trotzdem können Seine heiligen Fingerabdrücke überall in der Geschichte gesehen werden. Die Bewahrung des jüdischen Volkes ist ohne Gottes Versprechen und Seine Fürsorge gar nicht zu erklären. Nachfolger Jesu sollten inspiriert von Purim danach streben, Gottes Hand bei der Arbeit hinter den Kulissen in unserer eigenen Zeit wahrzunehmen.
Gleichermaßen sollten die Menschen, die Gottes Handeln nicht in den Bewegungen der jüngeren Geschichte sehen, aus den Lektionen der Vergangenheit lernen. Unglücklicherweise lassen sich viel zu viele heute in polarisierenden Standpunkten über Eschatologie oder dem Zug hin zur "political Correctness" verheddern. Diese Angelegenheiten vernebeln den Knackpunkt des Konflikts um Israel heute, der nicht so sehr um Land oder Politik geht wie um das Überleben des jüdischen Volkes. Und wenn es um die Angelegenheit des Überlebens von Israel geht, glaube ich, dass Gott selbst ein Zionist ist.
Damit meine ich nicht, dass Gott jede Entscheidung von Israels Regierung gutheißt, oder dass Er sich nicht um andere Völker in der Region kümmert. Ich meine einfach, dass Gott, mehr als jeder Andere, sich absolut für das Überleben des jüdischen Volkes einsetzt - eine Tatsache, die für jeden offensichtlich ist, der die Bibel liest oder sich bewußt der Vergangenheit stellt.
Als Gastredner in vielen Kirchen bin ich immer berührt, wenn Menschen mir erzählen, wie ihre Eltern oder Großeltern ihnen eine Liebe für das jüdische Volk und die Bedeutung des Einstehens für Israel vermittelten. Ich preise Gott für diese treuen Heiligen, die Lektionen aus der Geschichte weitergaben, die Gottes Verheißung aufzeigen, das jüdische Volk zu bewahren.
Was mich wirklich beängstigt ist die wachsende Zahl der bibelgläubigen Christen, die sich nicht mehr an Gottes souveränes Handeln in der Geschichte erinnern - und es noch viel weniger an die nächste Generation weitergeben. Diejenigen, die nach Gottes Hand in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft suchen, haben die Bibel als einen "Fahrplan", um Seinen Verheißungen an das jüdische Volk und das Aufstehen für die Bewahrung Israels zu gedenken und sie zu respektieren. Wenn wir diejenigen treffen, die - aus welchem Grund auch immer - diese heilige Pflicht beiseite geschoben haben, sollten wir sie an die Worte des Propheten bezüglich der Hingegebenheit Gottes an das jüdische Volk erinnern: "... denn wer euch antastet, tastet meinen Augapfel an" (Sach 2, 12).
Ich glaube, dass es eine Christenpflicht ist, Seite an Seite mit Israel zu stehen, nicht wegen der Politik, nicht wegen der Endzeitprophetie, sondenr weil es der Ort ist, an dem Gott stand und immer noch steht. Der Herr fährt fort, diejenigen zu segnen, die Sein Herzensanliegen in Bezug auf Israel teilen und ich glaube, dass das Gegenteil auch immer noch stimmt. Konfrontiert mit der Wahl, für Israel einzustehen, oder die Gelegenheit verstreichen zu lassen, als Fürsprecherin einzutreten, klingen Mordechais Worte an Ester richtig, nicht nur für die Vergangenheit, sondern auch für die Zukunft: "Denn wenn du zu diesem Zeitpunkt wirklich schweigst, so wird Befreiung und Errettung für die Juden von einem andern Ort her erstehen. Du aber und das Haus deines Vaters, ihr werdet umkommen. Und wer erkennt, ob du nicht gerade für einen Zeitpunkt wie diesen zur Königswürde gelangt bist?" (Ester 4, 14)
Weihnachten ist ein jüdischer Feiertag
Eine kleine Erinnerung von Juden für Jesus:
Weihnachten ist ein jüdischer Feiertag
Überrascht? Das sollten Sie nicht sein. Letzten Endes wird an Weihnachten die Geburt des größten Juden gefeiert, der je gelebt hat:
Des Messias Jeschua (das ist Jesus hebräischer Name)
Wussten Sie, dass
- Jesus ein Nachfahre des jüdischen Königs David war
- Jesus in der jüdischen Stadt Bethlehem geboren wurde
- Jesus Rabbi genannt wurde
- Jesus in den Synagogen gelehrt hat
Klar wusstest Du das. Aber vor allem sagte Jesus über sich, dass er der Messias sei, der dem jüdischen Volk in der Bibel versprochen wurde. Zum Beispiel 700 Jahre bevor Jesus auf die Erde gekommen war, beschrieb der jüdische Prophet Jesaja diesen Messias mit folgenden Worten:
"Doch er war durchbohrt um unserer Vergehen willen, zerschlagen um unserer Sünden willen..."(Jes. 53, 5)
Doch da Vergehen, Unzulänglichkeiten und Sünden ein universelles Problem sind, wollte Gott, dass das Leiden des Messias nicht nur dem jüdischen Volk zu Gute kommt, sondern allen Menschen auf der Welt. Und darum sagte Gott:
"So mache ich dich auch zum Licht der Nationen, dass mein Heil reiche bis an die Enden der Erde."(Jes. 49, 6)
Und deshalb ist Weihnachten nicht nur ein jüdischer Feiertag. Es ist ein universeller Feiertag, an dem wir die Geburt eines universellen Retters feiern, der sein Leben gab, um ein universelles Problem zu lösen: Das Problem, dass wir alle Sünder sind.
Jesus, der Messias, starb für die Sünden der Welt. Er stand von den Toten auf, so dass jeder, der umkehrt und seinen oder ihren Glauben in ihn setzt, das größte Weihnachtsgeschenk überhaupt erhält - eine ewige Beziehung zu Gott!
Willst Du mehr von Gottes Weihnachtsgeschenk für Dich wissen? Schreib an uns:
Der Pfingsttag wurde erfüllt
Diesen Monat wird das Pfingstfest an Juden wie an Christen fast unbemerkt vorübergehen; dennoch ist es eines der wichtigsten Feste im Alten Testament, und es markiert einen entscheidenden Zeitpunkt in der Geschichte des Christentums.
Ich möchte Sie gerne zu diesem Ereignis mitnehmen – und zu dem Tag, an dem dieses Fest Israels erfüllt wurde. Stellen Sie sich vor: Es ist der Morgen von Schawuot, Morgen des Pfingsttages. Sie sind von weit her, von der Insel Kreta, gekommen, um das Gebot des Herrn zu erfüllen (5. Mose 16,16). Sie erwachen durch die laute Stimme eines Tempelbeamten, der aus voller Kehle ruft: "Steht auf! Lasst uns nach Zion gehen, zum Herrn, unserem Gott!" Es ist an der Zeit, nach Jerusalem hinaufzuziehen und ihren Korb der Erstlingsfrüchte vor den Herrn in seinen heiligen Tempel zu bringen.
Sie sind Teil einer Unmenge von Pilgern, die zum Tempeleingang drängen. Da zieht ein mächtiger Klang "wie das Brausen eines gewaltigen Windes" (Apostelgeschichte 2,2) Ihre Aufmerksamkeit auf sich.
Sie bleiben wie angewurzelt stehen.
Was bedeutet denn so was an einem sonnigen Tag in Jerusalem? Die Neugier lockt Sie weiter. Als Sie den Ursprung dieses Geräusches erreichen, finden Sie keine Erklärung – nur weitere Fragen und Verwirrung:
"Als aber dieses Geräusch entstand, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt, weil jeder einzelne sie in seiner eigenen Mundart reden hörte" (Vers 6).
Mitten in diesem Sprachenwirrwarr, dass Sie nicht verstehen, hören Sie plötzlich vertraute Worte, die Gott in der Sprache Ihrer Heimatstadt loben. Ihre Augen schweifen über die Menge, und Sie entdecken den Mann, der Ihre Sprache spricht. Aber der kommt bestimmt nicht aus Kreta! Wie kann das sein? Was bedeutet das alles?
Jemand neben Ihnen ruft: "Die haben zu viel Wein getrunken!" (Vers 13) Einige andere schreien weitere derartige Anschuldigungen. Aber das erscheint Ihnen sinnlos.
Plötzlich steht ein dunkelhäutiger Mann mit stechenden Augen, einem einprägsamen Gesicht und einer selbstsicheren, fast glühenden Erscheinung auf und erklärt:
"Männer von Judäa und ihr alle, die ihr zu Jerusalem wohnt, dies sei euch kund, und hört auf meine Worte! Denn diese sind nicht betrunken, wie ihr meint, denn es ist die dritte Stunde des Tages; sondern dies ist es, was durch den Propheten Joel gesagt ist" (Verse 14-16).
Und so wurde das Pfingstfest erfüllt, indem Gott sein Volk ermächtigte, ihrer Berufung zu folgen, ein Segen zu sein für alle Völker der Welt. Das war ein historischer Tag, an dem die Macht Gottes unsere uralte Tragödie verwandelte – es war der Tag, an dem Gott den "Fluch von Babel umkehrte".
Viele konzentrieren sich auf die Zeichen und besonderen Dinge, die diesen Tag begleiteten; doch diese Pfingstzeichen verwiesen auf vergangene Ereignisse, die uns helfen sollten, Gottes Absichten zu verstehen. Insbesondere verwiesen sie auf den Berg Sinai und die Übergabe des Gesetzes. Laut jüdischer Überlieferung hat Gott das Gesetz an Pfingsten gegeben; und Apostelgeschichte 2 spiegelt scheinbar diesen Glauben.
2. Mose 20 berichtet: Als Mose ging, um das Gesetz zu empfangen, befand sich das ganze Volk Israel in tödlicher Furcht vor dem rauchenden Berg und dem Klang von Donner und Posaunen, die diesen Anblick begleiteten. Außerbiblische Berichte werfen weiteres Licht auf diesen besonderen Tag im Jerusalem des ersten Jahrhunderts.
Wir erfahren, dass am Berg Sinai ein Geräusch vom Himmel wie ein Widderhorn oder eine Trompete immer mehr an Lautstärke zunahm, sodass man es nicht ertragen konnte. Ich weiß nicht, ob man den Klang dieses Widderhorns mit dem "Brausen eines gewaltigen Windes" vergleichen kann. Klar ist jedoch: Der Klang war anfangs verwirrend und wurde immer lauter, bis er praktisch unerträglich wurde. Sind Sie schon einmal durch ein immer lauter werdendes Geräusch erschüttert worden? Sie spüren regelrecht, wie der Klang Ihren Kopf ausfüllt und durch Ihren ganzen Körper vibriert.
Mit dem Klang kam ein optisches Bild, neben dem ein Silvesterfeuerwerk wie eine jämmerliche Wunderkerze wirkt. 2. Mose 19,18 berichtet, dass der Herr im Feuer auf den Berg herab fuhr; andere jüdische Quellen bieten noch weitere Bilder. Ein altes Manuskript – ein Targum, aufgefunden in einer Bibliothek in Ägypten – berichtet folgendes: "Als das erste Gebot den Mund des Heiligen verließ … wie Meteore und Blitze und Fackeln aus Feuer; eine feurige Fackel zu seiner Rechten und eine feurige Fackel zu seiner Linken, die hervorbrach und in die Luft der himmlischen Weite flog; und sie kreiste um das Lager Israels."1
Diese Berichte ähneln dem biblischen Bericht in 2. Mose und von König David: "Die Stimme des HERRN sprüht Feuerflammen, die Stimme des HERRN erschüttert die Wüste" (Psalm 29,7-8). Gottes "Spezialeffekte" am Sinai erregten die Aufmerksamkeit der Kinder Israel und prägten die Übergabe der Gebote ins Kollektivgedächtnis des jüdischen Volkes ein.
Die Überlieferung bezüglich der Übergabe des Gesetzes war den Jüngern im Obergemach wie auch den Mengen in Jerusalem bestimmt bekannt. Als sie das Geräusch vom Himmel hörten, wäre nur natürlich gewesen, die Verbindung zu 2. Mose zu knüpfen.
Und dann waren da die geteilten Zungen wie von Feuer auf jedem Jünger. Laut Apostelgeschichte 1,15 waren an diesem Tag mindestens 120 Jünger versammelt. Das sind ganz schön viele Flammen – schon fast eine Feuersbrunst! Das verweist noch einmal auf die Erfahrung am Berg Sinai.
Doch noch bevor die Jünger mit diesem übermächtigen Brausen eines Windes und den blendenden Feuerzungen zurechtkamen, fingen sie auf einmal zu ihrer eigenen Überraschung unfreiwillig an, in Sprachen zu reden, die sie nie gelernt hatten und nicht kannten. Es muss ihnen vorgekommen sein wie ein Traum. Ihre Münder bewegten sich, ihre Lippen und Zungen waren voll beschäftigt – aber was in aller Welt sagten sie denn? Vielleicht ließ der Herr die 120 auf eine wunderbare Weise wissen, dass sie Lobgesänge sprachen – "von den großen Taten Gottes" (Apostelgeschichte 2,11).
Jüdische Überlieferung besagt: Als Gott in 1. Mose 10 die Völker teilte, teilte er sie in 70 Nationen. Nachfolgend berichtet 1. Mose 11 vom Turmbau zu Babel, wo Gott als Gericht die Sprachen dieser 70 Nationen verwirrte und sie durch Unfähigkeit zur Kommunikation zerteilte.
Eine weitere jüdische Überlieferung besagt: Als Gott am Berg Sinai das Gesetz übergab, hatte jeder der 70 Ältesten Israels eine Flamme über dem Kopf; diese Flamme stand für die Sprachen der 70 Nationen der Welt. Das illustriert Gottes Absicht, dass nach Gottes Willen alle Nationen sehen und hören sollten. Gottes Selbstoffenbarung am Sinai sollte zu allen Völkern hinausgetragen werden – in Übereinstimmung mit seiner Liebe zu allen Völkern.
Beim Turmbau zu Babel hatte Gott die Sprachen verwirrt, um die Menschen zu trennen. An Pfingsten gebrauchte der Heilige Geist die verschiedenen Sprachen, um sein Volk aus allen Stämmen und Sprachen und Völkern zu vereinigen. Und mit dieser wundersamen Verkündigung seines Wortes an Pfingsten (Apostelgeschichte 2) begann die Hoffnung, alle Völker mögen zum Glauben an den Gott Israels kommen, Wahrheit zu werden.
Israel bezeugte den einen wahren Gott, indem es der Torah folgte. Genauso können wir, die wir heute dem Messias nachfolgen, an der wahren Erfüllung des Pfingstfestes teilnehmen, indem wir allen Völkern der Erde seinen Tod, sein Begräbnis und seine Auferstehung bezeugen.
Ein frohes Neues Jahr im Herbst?
Der erste der jüdischen Hohen Feiertage, die im dritten Buch Moses aufgeführt sind, wird allgemein Rosch Haschana genannt, das jüdische Neujahr. Es ist eine fröhliche Zeit des Feierns und zugleich eine Zeit der Besinnung und des heiligen Ernstes. Das Blasen des Schofars (Widderhorns) ruft uns dazu auf, uns zu demütigen und zu erkennen, dass wir Gottes Gnade brauchen. Das wird deutlich in einigen unserer Traditionen, die mit dem Fest verbunden sind. Wir begrüßen uns gegenseitig mit dem Spruch: „leschana towa tikkatew“, was bedeutet „zu einem guten Jahre mögest du eingeschrieben werden“. Dieses „Einschreiben“ bezieht sich auf das Buch des Lebens, welches, gemäß der jüdischen Tradition, zehn Tage später geschlossen wird.
Wir Juden für Jesus wissen, dass unsere Namen für immer im Lebensbuch des Lammes geschrieben stehen, unauslöschlich mit Seinem eigenen Blut geschrieben. Dennoch entscheiden wir uns, zurückzuschauen, nachzudenken und uns das Ende des Jahres und den Anfang des nächsten in Erinnerung zu rufen. Wir nehmen teil an den Traditionen, wie z. B. an dem Essen von äpfeln und Honig für ein „süßes neues Jahr“.
Aber während einige Juden an einen jährlich wiederkehrenden Tag im Jahr glauben, an dem sie für ihre Handlungen Rechenschaft abgeben müssen, bedeutet für uns der Klang des Widderhorns an Rosch Haschana nicht nur einen Aufruf zur Umkehr, sondern eine Erinnerung an Jeschuas Wiederkehr. „Denn der Herr selbst wird aus dem Himmel herabkommen mit einem immer lauter werdenden Ruf, mit einem Ruf von einem der Engelfürsten, und mit Gottes Schofar; diejenigen, die in der Vereinigung mit dem Messias gestorben sind, werden als erste auferweckt“ [Der erste Brief an die Thessalonicher 4, Vers 16].
Ein frohes Neues Jahr – Rosch Haschanna!
Das jüdische neue Jahr beginnt in diesem Jahr am Abend des 12. September. Der traditionelle Gruß in dieser Zeit lautet „leSchanna tova“, das heißt „auf ein gutes Jahr.“ Wir essen Äpfel mit Honig, Honigkuchen und Süßigkeiten, um einander ein süßes Neujahr zu wünschen. Aber trotzdem steht Rosch haSchanna eigentlich für den Beginn einer Zeit der Prüfung – der geistlichen Prüfung.
Der mit diesem heiligen Tag verbundene Ruf des Schofar (Widderhorns) ruft uns zu einer achttägigen Zeit der Selbstbeobachtung und Selbstprüfung, bekannt als „Tage der Ehrfurcht“. Diese Zeit des Nachdenkens und der Buße soll uns vorbereiten auf Jom Kippur, den Versöhnungstag: den heiligsten aller Tage im jüdischen Jahreskreis. In diesen Tagen prüfen wir uns selbst, um zu erkennen, wo wir in unserem geistlichen Leben stehen. Wir müssen unser Herz untersuchen, um zu erkennen, ob wir wirklich so für Gott leben, wie wir sollten. Wenn wir Sünde in unserem Leben entdecken (was nicht allzu schwer ist, wenn wir vor uns selbst und vor Gott ehrlich sind), sollten wir über diese Sünde Buße tun, uns dem Herrn zuwenden und Vergebung suchen... (mehr)
Aber wir können durchaus auch feststellen, dass wir in dieser Zeit von Gott geprüft werden. Seine Gründe hierfür sind nicht immer sofort deutlich zu erkennen. Prüfungen sind ein Lebensfaktor. Von der Geburt bis zum Tod durchlaufen wir verschiedene Arten von Prüfungen und Tests. So manchem Menschen kommt das Leben wie eine Dauerprüfung vor. Viele sehnen den Augenblick herbei, an dem die Zeit der Prüfungen und Anspannung für immer vorbei ist. Aber Gott möchte, dass seine Prüfungen uns im Glauben stärken und uns näher zu ihm hinziehen. Gott weiß, wie eine Prüfung auszusehen hat, die genau auf das abzielt, was er bewirken möchte.
In der ganzen Heiligen Schrift sehen wir, dass Gott sein Volk prüft. Schauen Sie nur Abraham an. Zu dieser Jahreszeit lesen jüdische Menschen traditionell von der „Akedah“, der Fesselung Isaaks. Lassen Sie sich dadurch ermutigen: Nicht nur, dass Abraham die Prüfung durchhielt (d. h. dass er bereit war, seinen einzigen Sohn aufzugeben); sondern weil er den Test bestand, erhielt er auch das kostbare Versprechen von Gott: „Weil du das getan hast, darum werde ich dich reichlich segnen und deine Nachkommen überaus zahlreich machen wie die Sterne des Himmels und wie der Sand, der am Ufer des Meeres ist...“ (1. Mose 22,16b-17a).
Heute profitieren wir alle von Abrahams Treue – von seiner Treue inmitten schwerer Prüfung. Die Fesselung Isaaks war ein vorläufiges Bild für die Passion und das Leiden Jeschuas (Jesus), auch für seinen Tod und seine Auferstehung. Es war über den Messias vorhergesagt, dass Gott ihn derartig prüfen würde: „Doch dem HERRN gefiel es, ihn zu zerschlagen. Er hat ihn leiden lassen“ (Jesaja 53,10). Wir können uns nur andeutungsweise die Kämpfe vorstellen, die Jesus durchzumachen hatte: Er wusste, was vor ihm lag. Er sagte seinen Jüngern schon im Voraus, was für einen emotionalen Preis ihm diese Prüfung abverlangte: „Meine Seele ist sehr betrübt, bis zum Tod“ (Markus 14,34a).
Unser Messias Jeschua erduldete zu unseren Gunsten eine schreckliche Prüfung. Er erduldete und bestand diesen furchtbaren Test; wenn wir ihm vertrauen, erhalten wir Vergebung und werden von all unserer Sünde gereinigt. Wir haben eine Hoffnung, die nie schwindet: die Sicherheit unseres ewigen Lebens bei ihm in der Herrlichkeit. Unser Versöhnungstag war, als wir unser Vertrauen auf den Messias Jesus als unseren Erlöser und Retter von Sünde setzten. Nun können wir tagtäglich vor ihn treten und die Zusicherung seiner Gnade haben.
Dennoch schadet es nichts, einmal innezuhalten, nachzudenken und unser Herz zu prüfen. Vielleicht ist diese Zeit des Jahres ein guter Augenblick hierfür. Die Zusicherung der Vergebung Gottes schließt uns nicht von Prüfungen aus. Ja, vielleicht machen manche von Ihnen gerade jetzt schwere Anfechtungen durch. Die gute Botschaft ist, dass Gott uns verheißen hat, bei uns zu sein und uns beim Durchhalten zu helfen, wie er auch Abraham und unserem Messias Jesus geholfen hat. Wie Abraham und Jeschua können wir uns sicher sein, dass diese Prüfungen uns zum Besten dienen sollen: „Ihr wisst, dass die Erprobung eures Glaubens Ausharren bewirkt“ (Jakobus 1,3). Im Wissen, dass Gott nur Gutes für uns beabsichtigt, werden wir auch angewiesen: „Prüft euch, ob ihr im Glauben seid...“ (2. Korinther 13,5a).
In den Klageliedern lesen wir: „Prüfen wollen wir unsere Wege und erforschen und umkehren zu dem HERRN“ (Klagelieder 3,40). Werden Sie an diesem Rosch haSchanna erprobt? Fürchten Sie nicht die Prüfungen. Versuchen Sie nicht, sie zu vermeiden. Schauen Sie stattdessen auf den Segen und finden Sie heraus, was Gott durch diese Prüfung in Ihrem Leben tun möchte. Diese Art von Vertrauen hilft Ihnen, ein gutes neues Jahr zu haben. LeSchanna Tova!
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