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Seltsame Segnungen

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Das Telefon klingelte. Es war Dan Sered aus Israel, und er klang sehr entmutigt. Dan leitet unsere Zweigstelle von Juden für Jesus in Tel Aviv. Wir befanden uns mitten in unserem dritten Einsatz "Erkenne deinen Gott, Israel", und der Widerstand war heftig. Das war jedoch nicht der Grund für Dans Mutlosigkeit.

Ein Reporter von "Yediot Achronot", der größten hebräischen Tageszeitung Israels, hatte Dan für einen Artikel interviewt. Dan rief mich an und teilte mir mit: Nicht nur, dass der Reporter Dans Worte falsch wiedergegeben hatte; der veröffentlichte Artikel und die dazugehörigen Seitenspalten waren vollkommen verzerrt und teilweise direkte Lügen, die bewusst ein falsches Bild von jüdischen Gläubigen an Jeschua malten.

Juden für Jesus (und andere messianische Gruppen) wurden wiederholt als Kult bezeichnet; außerdem behauptete der Reporter, wir würden verarmte und psychisch schwache Menschen ausnutzen. Eine Seitenspalte war das beleidigende "Zeugnis" eines angeblich ehemaligen messianischen Juden, der sagte, jüdische Gläubige an Jeschua würden junge Frauen losschicken und Männer zum "Anschluss" an die Gruppe zu verführen, indem sie ihnen sexuelle Annehmlichkeiten versprächen.

 

Was ich Dan sagte, muss ich mir auch selbst immer wieder in Erinnerung rufen: Es ist eigentlich ein Segen, wenn uns solche Dinge widerfahren – sogar ein doppelter Segen (auch, wenn es sich nicht so anfühlt). Jeschua hat das in seiner Bergpredigt sehr klar zum Ausdruck gebracht: Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und alles Böse lügnerisch gegen euch reden werden um meinetwillen. Freut euch und jubelt, denn euer Lohn ist groß in den Himmeln; denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch waren" (Matthäus 5,11-12).

Warum hat der Messias uns aufgetragen, dass wir uns freuen sollen, wenn andere uns willkürlich und beleidigend behandeln? Ganz bestimmt sollen wir nicht irgendeine Art geistlich-masochistischer Freude aus der Ablehnung ziehen. Wir wollen unser Licht so scheinen lassen, dass die Menschen unsere guten Werke sehen und unseren Vater im Himmel preisen. Es bereitet uns auch kein Vergnügen, falschen Anschuldigungen ausgesetzt zu sein. Wir sind Boten der Wahrheit, die sich freuen, wenn Güte und Wahrheit so verkündigt werden, dass andere es hören können. Warum also sollen wir es für einen Segen halten, wenn wir geschmäht und verleumdet werden?

Zwei Gründe kommen mir in den Sinn; der erste davon ist die Identifikation.

Jesus sagte: Wenn wir diese Dinge um seinetwillen erleiden, sind wir wahrlich gesegnet. Leider geschieht nicht all unser Leid notwendigerweise um seinetwillen. Vor Jahren ging Moishe Rosen (der Gründer von Juden für Jesus) eines Tages von der Mittagspause ins Büro zurück; da schlug ihm ein Mann so heftig auf den Kiefer, dass es ihn umwarf. Als Moishe vom Gehweg aufsah, fragte er den Mann, warum er ihn denn geschlagen habe. Der Mann antwortete lässig: "Dein Gesicht gefällt mir nicht." Als Moishe mir diese Geschichte erzählte, rieb er sich traurig die Backe. "So eine Verschwendung", sagte er. Da werde ich dafür verfolgt, dass ich halt Ich bin – nicht etwa dafür, dass ich für Jesus bin."

Wir alle möchten, dass unser Leben etwas zählt. Dazu gehört auch unser Leiden. Niemand möchte um des Leidens willen leiden; wenn wir aber leiden, weil wir uns mit Jeschua identifizieren, verleiht dieses Leid uns eine ebenso tiefe Bedeutung wie Petrus und Johannes, die sich freuten, "dass sie gewürdigt worden waren, für den Namen Schmach zu leiden" (Apg 5,41).

Identifikation mit Jeschua ist nicht nur die Ehre, für ihn zu leiden; sie erfüllt auch einen wichtigen Zweck in Gottes Absichten. Paulus teilt uns mit, dass solche Leiden "ergänzen, was noch aussteht von den Bedrängnissen des Christus" (Kolosser 1,24).

Dazu erklärt John Piper: Paulus sagte hier nicht, dass Christus in seinem Leiden für unsere Sühne etwas gefehlt hätte. Unser Leiden für Christus bietet jedoch Menschen, die ihn gegenwärtig noch nicht von Angesicht zu Angesicht sehen können, die Möglichkeit, ihn in uns und unserem Leiden zu sehen; somit wird ihre Aufmerksamkeit auf ihn gezogen – und auf die tiefere Bedeutung seiner eigenen Leiden.

Der zweite Grund zur Freude in diesen Dingen ähnelt dem ersten: Es bringt uns die richtige Perspektive. Jesus erinnert uns: "Denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch waren." Wir genießen den Segen, sehen zu dürfen, wie wir in eine lange Kette von Gottesknechten passen, die ähnliches erfahren haben. Das ist sehr wichtig, weil man den Wert eines Dienstes nämlich daran ablesen kann, wie die Menschen reagieren. Sollten wir etwa eine andere Behandlung erwarten, als sie den Propheten zuteil wurde? Stimmen unsere Erwartungen mit Jeschuas Worten dazu überein, wie die Welt möglicherweise auf die Predigt des Evangeliums reagiert?

Ich möchte diese Fragen für den Moment "zur Seite legen" und auf einen anderen Artikel hinweisen, der in etwa zur selben Zeit erschien wie der in Yediot Achronot. Dieser Bericht in der Jerusalem Post war die Reflektion einer Frau, die unsere Einsatzteilnehmer von Juden für Jesus in ihrem liebsten "Humus-Häuschen" in Tel Aviv gesehen hatte.

Die Autorin ist eine in Amerika geborene Einwanderin nach Israel, die sich "Plötzlich Sabra” nennt. Sie sagte nichts Falsches über Juden für Jesus; sie drückte einfach ihre ehrlichen Gefühle des Missfallens darüber aus, dass sie vier von uns mit evangelistischen T-Shirts an einem Ort sah, den sie offensichtlich für ihren eigenen Grund und Boden gehalten hatte.

Ihre Hauptbeschwerde war wohl, dass Leute wie wir in die Vereinigten Staaten gehören – nicht nach Israel. Sie hatte ein Land verlassen, wo sie als Minderheit oft Christen ausgesetzt war, die ihr sagten, dass sie Jesus braucht. Sie hatte nicht erwartet, dass auch in Israel zu hören, wo sie sich als jüdische (nicht christliche) Frau zuhause fühlt. Meine Erfahrungen und Erwartungen sind derart, dass ich mich von ihrer Reaktion nicht entmutigen ließ. Schließlich sind die meisten von uns bei Juden für Jesus genau an der Stelle gewesen, wo Suddenly Sabra jetzt steht, was das Evangelium angeht. Ich könnte mir ohne weiteres vorstellen, ein sinnvolles Gespräch mit Suddenly Sabra zu führen – ein Gespräch, das vielleicht sogar ihre Neugierde über die Ansprüche Jeschuas wecken könnte.

Stellen Sie sich nur vor, wie es sein könnte, wenn mehr Gläubige bereit wären, sich verleumden zu lassen, um das Evangelium an Orte zu bringen, wo Jeschua nur selten öffentlich genannt wird! Stellen Sie sich vor, wie es im Leib Christi aussehen könnte, wenn wir bereit wären, mit Gebet auf Missverständnisse und Ablehnung zu reagieren, anstatt unsererseits mit verletzenden Bemerkungen zu reagieren. Gott wird uns segnen und uns die Kraft geben, uns unserer eigenen natürlichen Impulse zu enthalten, wenn wir ihn darum bitten. Und wenn wir mit der Absicht Erfolg haben, können wir mitten in den Schwierigkeiten Mut fassen; ja, wir haben sogar Grund zur Freude und zu großem Jubel.

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